1955: Halldór Kiljan Laxness (1902-1998)
Halldór Kiljan Laxness gilt als der erste isländische Autor, der in der Neuzeit mit seinem Schreiben Weltruhm erreichte und gilt deshalb als einer der wichtigsten skandinavischen Romanautoren des 20.Jahrhunderts. In einer ländlichen Gegend am Rande der isländischen Hauptstadt Reykjavik wurde Laxness am 23.April 1902 als Halldór Guðjónsson geboren. In den folgenden Jahren änderte er seinen Namen aufgrund von Erlebnissen in den später Bekannten. Als Sohn relativ vermögender Eltern hatte er eine sehr ausgewogene Kindheit, die ihm viel Zeit auf dem elterlichen Gut und Reisen, die seine Werke später prägen sollten, ermöglichten.
Laxness schrieb den ersten Roman im Alter von 13 Jahren, veröffentlichte diesen jedoch nie. Nach Beendigung der Schullaufbahn bereiste er viele Länder in Europa, in denen er zunehmend in Kontakt mit der katholischen Lehre kam. So konvertierte er 1922 und wurde Mitglied eines Benedektinerklosters in Luxemburg. Aus dieser Zeit stammt auch die Namensänderung, so wurde der zweite Vorname in Anlehnung an den irischen Märtyrer Kilian gewählt. In der Änderung des Nachnamens jedoch verbirgt sich die tiefe Zuneigung an seinen Heimatsort, so war der Name des Hofes der Eltern „Laxness“. Von 1926 bis 1929 zog es Laxness in die Vereinigten Staaten, die er aufgrund seiner Ansichten, die sich deutlich vom Kapitalismus abgrenzten, wieder verlassen musste. Er galt eher als Befürworter eines sozialistischen Systems, so verweilte er zu Beginn der 30er-jahre in der Sowjetunion, wo er später für seine Literatur mit dem Stalinpreis ausgezeichnet wurde.
Mit Ende des Zweiten Weltkriegs zog es Laxness mit seiner damaligen zweiten Ehefrau zurück nach Island, wo er bis zu seinem Tod bleiben sollte. Der Autor, der in seiner Art und Weise stark an Thomas Mann erinnert, verfasste hier noch weitere Romane, wie „Islandsklukkan“ (Die Islandglocke) oder „Die glücklichen Krieger“. 1948 schrieb er seinen größten und politisch wichtigsten Roman. So werden in „Atomstation“ nicht nur seine äußerst marxistischen Ansichten offenbart, sondern auch das klare Desinteresse an der Stationierung von US-Raketen auf isländischem Boden. Ein Werk, für das er nur 7 Jahre später den Literaturnobelpreis erhalten sollte.
Die letzten Jahre verbrachte Laxness auf Island mit einer Reihe von weiteren Auszeichnungen, wie Ehrendoktorwürden einiger Universitäten. In der Nacht vom 8. zum 9.Februar 1998 starb er in einem Pflegeheim bei Reykjavik.








