Auhtor: Benjamin Jendro
Keine Kommentare vorhanden

1957: Albert Camus (1913 – 1960)

Frankreich

Albert Camus hat es in seinen 46 Jahren Lebenszeit geschafft aufgrund seines scharfen Blicks für Gewissensprobleme jeder Art zu einem der größten Autoren des 20.Jahrhunderts zu werden.


Albert CamusAls Sohn sehr ungebildeter Eltern wurde Albert am 7.November 1913 in einem Weinanbaugebiet in Mondovi/Algerien geboren und muss durch den Ersten Weltkrieg ab dem Alter von einem Jahr ohne seinen Vater weiterleben. So zog er mit der Mutter zur strengen Großmutter an den Rand der heutigen Landeshauptstadt Algier. Nach äußerst gutverlaufener Grundschullaufbahn empfahl ihn sein dortiger Lehrer für ein Gymnasium, was die Mutter, auch aufgrund ihres eigenen niedrigen Bildungsniveaus als Analphabetin, anfänglich zu verhindern versuchte. Dennoch gelang es Camus diesen Weg einzuschlagen und er sah sich nun dem Wechsel zwischen ärmlichen Familienverhältnissen und bürgerlichem Schulleben ausgesetzt. Als Reaktion darauf löste er sich zunehmend von seiner Mutter und versuchte den Stand im sozialen Gefüge durch sportliche Aktivitäten zu verbessern. Kurz vor Ende seiner Schulzeit erkrankte Albert Camus an Lungentuberkulose, eine Krankheit, deren Behandlung fortan sein Leben einschränken sollte. So musste er 1936 trotz hervorragenden Leistungen sein Studium für Philosophie aufgrund dieser Erkrankung vorzeitig abbrechen. Herbe Enttäuschungen prägten die folgenden Jahre und Camus versuchte mithilfe des Schreibens seinen Kummer zu verarbeiten. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs begann Camus, der sich nun wohnansässig in Frankreich befand, dann noch aktiver zu verfassen, was nicht zuletzt mit einem engagierten politischen Auftreten verbunden war.


Camus empfahl sich als klarer Gegner der nationalsozialistischen Handlungen und brachte dies in seinen Publikationen zum Ausdruck. Zwar schrieb er schon vorher einzelne Werke, doch kam es aufgrund eigener Bedenken kaum zu Veröffentlichungen. Das sollte sich nun ändern, so folgte nach den Publikationen in Zeitungen, wie dem „Combat“, einem Untergrundmagazin in Frankreich, nach Ende des Krieges eine Reihe von erfolgreichen Werken, die stark philosophisch geprägt waren. Ähnlich wie Sartre begrenzte er sein Schaffen aber nicht nur auf reines literarisches Schreiben, sondern versuchte durch journalistische Tätigkeiten aktiv dem politischen Neuaufbau stützend zur Seite zu stehen. So setzte sich einer der größten Widerstandskämpfer des Zweiten Weltkriegs äußerst produktiv für die Wiederherstellung der deutsch-französischen Beziehungen ein. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in schwerer Krankheit und war deshalb sehr eingeschränkt, was das Schreiben angeht. Trotzdem erhielt Camus für sein politisches Engagement und die Fähigkeit Gewissenszwänge literarisch zu verarbeiten 1957 den Literaturnobelpreis. Nur drei Jahre später, am 4. Januar 1960, starb er als Beifahrer bei einem Autounfall in der Nähe von La Chapelle Champigny.


Kommentare

Kommentar schreiben