Auhtor: Benjamin Jendro
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1960: Saint John Perse (1887 – 1975)

frankreich 1960: Saint John Perse (1887 – 1975)Der französische Dichter Saint John Perse gilt als einer der eindrucksvollsten Nachfolger Arthur Rimbauds und machte im 20.Jahrhundert durch seine politische Aktivität, sowie als radikaler Vertreter der modernen Lyrik auf sich aufmerksam.


Als Marie-René-Alexis Saint-Léger am 31.Mai 1887 auf dem Inselstaat Guadeloupe geboren, zog es den späteren Dichter, dessen Eltern beide als Juristen tätig waren, schon früh zurück nach Frankreich. Hier widmete er sich zunächst in Bordeaux, später in Paris dem Studium der Politikwissenschaften und in Anlehnung an seine Eltern einem Jurastudium. Im Alter von 27 Jahren trat Léger dem diplomatischen Dienst bei, der ihn schon zwei Jahre später nach Asien bringen sollte. Als Legationssekretär fungierte er fortan für die französische Regierung, bereiste Japan, China und die Mongolei. Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg verbrachte der aufstrebende Diplomat damit, als Berater für den später mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten französischen Außenminister Briand zu arbeiten. Ende der 20er-Jahre wurde Léger dann selbst für das Außenministerium tätig und wurde zum Directeur des Affaires politiques erklärt.


perse 1960: Saint John Perse (1887 – 1975)Das eigentliche Schreiben begann er jedoch erst ein Jahrzehnt später. Als klarer Gegner der französischen Beschwichtigungspolitik gegenüber dem von Hitler angeführten Deutschland, wurde er sämtlicher Ämter enthoben. Außerdem verlor er aufgrund seiner festen Meinung sein gesamtes angehäuftes Vermögen, sowie die französische Staatsbürgerschaft. Über den Umweg England zog es ihn schließlich in die USA, wo er ebenfalls zunächst als Berater für die Library of Congress arbeitete und sich zunehmend einzelnen Publikationen gegen den von ihm verhassten Nationalsozialismus widmete. Schon kurz nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs kam es zur Begnadigung durch die französische Regierung, doch Léger verweilte noch bis zum Ende der 50er-Jahre in den USA, bevor er als Dichter Saint John Perse zu seinen alten Wurzeln zurückkehrte. Perse verbrachte die letzten Jahre ausschließlich mit der Ausarbeitung von kleineren Werken, in denen es ihm hauptsächlich darum geht, durch bewusste Irritation den Leser der Verwirrung auszusetzen und ihm dadurch die Beschäftigung mit dem wahren Sinn aufzudrängen. Eine Eigenschaft, für die er 1960 auch den Nobelpreis für Literatur erhielt. Saint John Perse verstarb am 20.September 1875 in Giens.


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