1968: Yasunari Kawabata (1899 – 1972)
Der japanische Schriftsteller Yasunari Kawabata galt als einer der Exoten unter den Schriftstellern und schaffte es dank seines starken Willens vom Waisenkind zu einem der größten Literaren des asiatischen Kontinents und schließlich zum Literaturnobelpreisträger.
Es schienen nicht gerade ideale Voraussetzung für den kleinen Yasunari, der am 11.Juni 1899 als Sohn eines Arztes in Osaka geboren wurde. Denn schon kurz nach seiner Geburt verstarben beide Elternteile. Kawabata kam zu seinen Großeltern, doch auch diese erlitten wenig später das Schicksal und so landete er bereits in jungen Jahren in einem Waisenhaus. Diese Schläge, an denen andere zerbrechen, machten den talentierten Jungen nur noch stärker. Er wuchs an seinen Aufgaben und widmete schon im jugendlichen Alter viel Zeit dem Schreiben und dem Studium ausländischer, vor allem westlicher, Literatur. Begünstigt wurde diese Beschäftigung durch einen Wandel der japanischen Politik, die sich zunehmend dem Westen öffnete. Kawabata verfasste im Alter von 16 Jahren und auch eine zwischenzeitliche Fehlentscheidung, sich einem Kunststudium zuzuwenden, konnte ihn nicht von seinem Weg abbringen. 1920 ließ er sich für Literatur einschreiben und studierte vorrangig die Geschichte der landeseigenen Autoren. Des Weiteren besuchte er zahlreiche Vorlesungen der Anglistik, um sich zusätzlich ausländischer Literatur zu nähern und diese auch richtig werten zu können. Nach Abschluss des Studiums an der kaiserlichen Universität zu Tokyo arbeitete er als freier Schriftsteller.
Wie auch andere gleichgesinnte asiatische Schriftsteller nutzte Kawabata einzelne europäische Werke, um Elemente aus diesen in seinen eigenen Romanen und Novellen einfließen zu lassen. 1926 veröffentlichte er mit „Izu no odoriko“ (Die Tänzerin von Izu) seine Erstlingswerk, das nicht nur seinen Durchbruch bedeutete, sondern von dem ausgehend auch weitere Erfolgsgeschichten folgen sollten. Neben einzelnen Romanen galt hier vor allem die Novelle „Yukiguni“ (Schneeland) als absolutes Meisterwerk. Neben dem eigenen Schreiben setzte sich Kawabata viel für nachfolgende Autoren ein und besetzte einige hohe Ämter innerhalb der asiatischen Literaturverbände. Zudem wurde er mit mehreren Preisen, wie der Goethe-Medaille der Stadt Frankfurt oder 1968 dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Am 16.April 1972 beendete Yasunari Kawabata sein Leben in seinem Arbeitszimmer in Zushi.

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