1969: Samuel Beckett (1906 – 1989)
Der gebürtige Ire Samuel Beckett machte sich durch zahlreiche Werke und Theaterstücke neben der Schriftstellerei auch als angesehener Autor von Theaterstücken einen Namen und gilt daher als eine der schillerndsten Figuren im britischen Literatur- und Kulturbereich.
Zwar gibt es unterschiedliche Meinungen über das wirkliche Geburtsdatum Becketts, aber am Wahrheitsgehalt seiner Geburt am Freitag, den 13.April 1906 gibt es keine bewiesenen Zweifel. Als Sohn protestantischer Eltern wächst Beckett in der Nähe von Dublin auf und wird bereits im Alter von sechs Jahren auf eine streng protestantische Privatschule in Nordirland geschickt. Das Interesse am Schulischen begrenzte sich aber lediglich auf das Fach Sport und so galt Becketts ganze Aufmerksamkeit dem Cricket, Schwimmen und Boxen. Trotzdem reichten die immerhin durchschnittlichen Schulleistungen dafür aus, den Abschluss zu absolvieren und sich im Anschluss, am Trinity-College zu Dublin, für Französisch, Italienisch und Literatur einzuschreiben. Dem Studium, welches bis 1927 andauerte, folgte eine kurze Anstellung als Lehrer und englischer Lektor in Paris. Beckett zog schließlich zurück nach Dublin, wo er als Sekretär für James Joyces, dessen Einfluss in den ersten Werken Becketts klar zu erkennen war, arbeitete. Nach zwischenzeitlichen Aufenthalten in Deutschland und England ließ er sich schließlich in Paris nieder.
Hier wurde er politisch aktiv und schloss sich der Resistance an, was ihn später zur Flucht vor der Gestapo zwang. Im unbesetzten Südfrankreich fand er nun zunehmend die Möglichkeit, wieder aktiver zu schreiben und Werke zu übersetzen. Außerdem meldete er sich freiwillig als Helfer des Roten Kreuzes in der Normandie. Zurück in Paris veröffentlichte Beckett nach Kriegsende mehrere Romane und Theaterstücke. Sein großer Durchbruch sollte „En attendant Godot“ (Warten auf Godot) werden, das nach anfänglichen Problemen 1953 endlich aufgeführt werden konnte. Die folgenden Jahre nutzte Beckett weiter dafür, zahlreiche Werke und Vorlagen für Theaterstücke zu erarbeiten, wobei er stets zwischen dem Französischem und Englischen pendelte. Die Übersetzung in die jeweils andere Sprache übernahm er dann höchstpersönlich. Mitte der 70er-Jahre, als Beckett bereits eine Vielzahl an Werken herausgebracht hatte, viele seiner Stücke in Rundfunk und Fernsehen veröffentlicht wurden und Beckett sich selbst als Regisseur ausprobierte, zog er sich schließlich aus der Öffentlichkeit zurück. So blieb Samuel Beckett auch der Vergabe seiner größten Auszeichnung, dem Literaturnobelpreis 1969, fern. Am 22.Dezember 1989 verstarb der Autor, dessen Werken von Sinnleere und Aussichtslosigkeit geprägt sind, in seiner Wahlheimat Paris an den Auswirkungen einer Lungenembolie.

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