1971: Pablo Neruda (1904 – 1973)
Pablo Neruda war ein chilenischer Schriftsteller, Politiker und Diplomat, der sich in seinen Werken und der Arbeit deutlich gegen die faschistischen Mächte in seinem Heimatland und in Spanien stellte und dies in beachtlicher Weise publizierte.
Als Sohn einer Volkshochschullehrerin und eines Lokomotivführers wird er unter dem bürgerlichen Namen Neftalí Ricardo Eliecer Reyes y Basoalto am 12.Juli 1904 im chilenischen Parral geboren. Nachdem seine Mutter nur einen Monat nach der Geburt verstarb, wuchs er alleine mit dem Vater, dessen zweiter Frau und den Großeltern in Temucu auf. Schon früh, im Alter von 13 Jahren, widmete sich der Chilene seiner Leidenschaft, begann erste Schreibversuche und publizierte diese in einer örtlichen Zeitung. Nach dem Abschluss auf der Knabenschule begann er mit dem Studium für Pädagogik und Französisch, bleib aber weiter schriftstellerisch aktiv. Unter dem an den tschechischen Dichter Jan Neruda angelehnten Synonym Pablo Neruda folgten nun immer größere Veröffentlichungen, wie die seines ersten Buches Crepusculario im Jahre 1923, welches er sich allerdings noch selbst finanzieren musste. Neruda begann sich zusätzlich aktiv der Politik zu nähern und trat 1927 in den diplomatischen Dienst, der ihn als Konsul zunächst nach Java, Argentinien, Birma und Singapur führte, ein. 1935 wurde er schließlich Botschafter in Spaniens Hauptstadt Madrid. Nachdem sein Freund und Mitherausgeber der selbst gegründeten Zeitung „Grünes Pferd für die Dichtung“ von den Putschisten Francos erschossen wurde, entwickelte sich anfängliches politisches Interesse in harten politischen Widerstand. Neruda stellte sich total gegen die Putschisten, was ihn so aufgrund fehlender Neutralität als Botschafter untragbar machte und ihn später zur Flucht nach Paris zwang.
Hier tat er sich mit anderen Gelehrten und Künstlern zusammen und veröffentlichte weitere Werke. 1938 kehrte Neruda zurück nach Chile, wo er zunächst als Journalist arbeitete. Als die Arbeiterpartei an die Macht kam, fand er wieder Arbeit im diplomatischen Dienst, widmete sich aber schon nach drei Jahren wieder mehr dem Schreiben, schloss sich der kommunistischen Partei an und zog 1945 sogar als Senator ins Parlament, aus dem er später wegen öffentlichem Angriff auf den Präsidenten flog und schließlich erneut fliehen musste. Im Exil lernte er Picasso und Asturias kennen und schrieb mit „Canto General“ (Der große Gesang) sein bedeutendstes Werk. Der erneuten Rückkehr nach Chile folgte fast die Präsidentschaft, auf die er aber zugunsten Allendes verzichtete. Am 23.September 1973 starb Pablo Neruda nur zwei Jahre nach dem Erhalt des Literaturnobelpreises in Folge eines langen Krebsleidens in Santiago de Chile.

Kommentare