1980: Czeslaw Milosz (1911 – 2004)
Czeslaw Milosz war einer der, wenn nicht sogar der größte Dichter des 20.Jahrhunderts und hat mit seiner, nicht annähernd jemals erreichten, Fähigkeit, Gefühle in Form von Wörtern wiederzugeben, manch große nachfolgende Autoren in ihrem Streben zur Inspiration verholfen.
Am 30.Juni 1911 in Szetejnie, einem kleinen Ort nicht weit entfernt von Wilna, der heutigen Hauptstadt Litauens, geboren, gehörte er in eine Familie des damaligen polnischen Landadels. Das zunächst vorgesehene Literaturstudium brach er aufgrund des hohen Frauenanteils an der Fakultät ab und begab sich in den Bereich der Rechtswissenschaften. Ganz bei Seite legen konnte er das Schreiben jedoch nicht und so publizierte er, gerade volljährig geworden, 1930 erste Gedichte. Die Folgejahre verbrachte Milosz in einer Art Studentengruppe, die eine Zeitung herausgaben, welche eine Plattform für junge Literaren und Künstler bieten sollte. Drei Jahre nach seinen ersten abgedruckten Gedichten, veröffentlichte er einen gutgefüllten ersten Sammelband, für den Milosz ordentlich Lob einheimste und der ihm ein einjähriges Stipendium in Paris ermöglichte. Die Zeit innerhalb des Zweiten Weltkriegs verbrachte Milosz zumeist im Untergrund und verfasste weitere kleinere Werke. In der Zeit nach 1945 bekleidete er dann einzelne politische Ämter im polnischen Diplomatendienst, der ihn erneut nach Frankreich und in die Vereinigten Staaten führen sollte. Als Rückkehrer verachtet, nahm man ihm 1950 den Pass das erste Mal weg, bevor man ihn 1951 endgültig einzog. Milosz ging ins französische Exil und brach mit seinem Heimatland. In Frankreich bekam er nicht nur Asyl, sondern entwickelte sich zunehmend zu einem herausragenden Literaren in Europa und auch über den Teich hinaus.
1960 nahm er dann eine Stelle als Dozent an der Universität Berkeley, Kalifornien, an und siedelte fest in die USA um, wo er 1970 dann auch die Staatsbürgerschaft erhielt. Milosz fand sich im Laufe der Zeit immer besser in seiner neuen Heimat zu Recht und konnte gerade ab den späten 70er- und frühen 80er-Jahren unzählige Preise und Auszeichnungen für seine Arbeit entgegennehmen. Berkeley ehrte ihn und 1980 tat es dann auch die Welt mit der Vergabe des Nobelpreises für Literatur. Erst ab 1989 wagte Milosz auch wieder die Einreise in seine eigentliche Heimat, in deren Sprache er zwar alle Werke, selbst die im Exil Verfassten, schrieb, mit dem er aber auch über fast 40 Jahre nichts weiter zu tun haben wollte. Bis zu seinem Tod, der ihn am 14.August 2004 in Krakau traf, besuchte er Polen dann mehrmals im Jahr.

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