Auhtor: Benjamin Jendro
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1985: Claude Simon (1913 – 2005)

frankreich 1985: Claude Simon (1913 – 2005)Claude Simon war ein französischer Schriftsteller, dessen Stil in die Gattung Nouveau Roman einzugliedern ist und der noch heute als einer der am meist umstrittensten Literaturnobelpreisträger für Gesprächsstoff sorgt.

Auf der damals französischen Kolonie Madagaskar wurde Simon als Sohn eines stationierten Marineoffiziers am 10.Oktober 1913 geboren. Ein Jahr später zog die Familie wieder nach Frankreich, wo kurz darauf der Vater den Ereignissen des Ersten Weltkrieges zum Opfer fiel. Die ersten zehn Jahre seiner Kindheit wuchs er in Perpignan , der Geburtsstätte seiner Mutter auf, bevor 1924 auch diese verstarb. Unter den Fittichen eines Vettern der Mutter, der fortan den Vormund besaß, kam er schließlich nach Paris und besuchte dort ein Internat. Ein wenig planlos wusste Simon nach Schulabschluss nicht so wirklich, wo ihn sein künftiger Weg hinführen sollte. Einige Besuche bei Malereikursen folgte dann der zu absolvierende Militärdienst bei der Kavallerie. Simon erhielt nach Entlassung aus dieser 1935 ein Mitgliedsausweis Kommunistischen Partei Frankreichs, mit dem er nach Spanien ins Hauptquartier der Republikaner reiste und versuchte dort eine Aufgabe für sich zu finden. Zwei Wochen später, ohne eine sinnvolle Anstellung gefunden zu haben, kehrte er wieder zurück in die Heimat. 1937 begab sich Simon auf ein längere Europareise, die ihn über mehrere Staaten wie Deutschland, Türkei oder Polen führte. Auf seiner Reise unternahm er erste literarische Versuche, die aber allesamt als unwichtig anzusehen sind. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er erneut eingezogen und gelangte in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er später während der dort zu tätigenden Arbeit fliehen konnte. Nach dem zwischenzeitlich sicheren Wohnsitz in Perpignan flüchtete er zu Kriegsende in die französische Hauptstadt, um nicht erneut gefangen genommen zu werden.

simon 1985: Claude Simon (1913 – 2005)Die Erfahrungen aus dem Krieg verarbeitete er später in seinen Werken. 1945 brachte Claude Simon mit „Der Betrüger“ seinen ersten Roman heraus, der aber wie die drei nachfolgenden vollkommen unbeachtet blieb. Erst mit dem Wechsel zum Verlag Editions de Minuit, für den ihn ein Freund anheuerte, nahm die Bewunderung für Simons Schreiben auch in der Öffentlichkeit stetig zu. So entstanden weitere Romane, die nicht nur deutlich höhere Verkaufszahlen erreichten, sondern Simon auch einige wichtige Literaturpreise bescherten. Trotzdem galt seine Bekanntgabe als Nobelpreisträger 1985 in der Fachwelt als äußerst umstritten. 20 Jahre später, nachdem Simon noch drei weitere Romane veröffentlichte und sich langsam aus der Öffentlichkeit zurückzog, starb er am 6.Juli in Paris.


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