Auhtor: Benjamin Jendro
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1988: Naguib Mahfouz (1911 – 2006)

aegypten 1988: Naguib Mahfouz (1911 – 2006)Der ägyptische Schriftsteller Naguib Mahfouz galt als einer der führenden Literaten der arabischen Welt und schaffte es durch seine intellektuelle Darstellung tiefgehender Probleme zum bekannten Autor und Friedenskämpfer.

Als Sohn eines Beamten wurde Mahfouz am 11.Dezember 1911 in Ägyptens Hauptstadt Kairo geboren. Nach einer sehr unbeschwerten Kindheit, die er zumeist in einem Altstadtviertel verbrachte und die Erlebnisse in späteren Werken verarbeitete, schrieb sich Mahfouz an der Universität für Philosophie ein. Nach Abschluss dessen arbeitete er fest als Beamter innerhalb des Bildungsministeriums seines Landes. Privat kam er nebenbei seiner Leidenschaft, dem Schreiben, nach und konnte in den 30er-Jahren bereits einige kleine Abdrucke in Tageszeitungen und Zeitschriften verbuchen. 1939 brachte Naguib Mahfouz dann schließlich seinen ersten Roman, mit dem er versuchte während der Kolonialzeit das Nationalgefühl und die Suche nach der ägyptischen Identität zu festigen, heraus. Nach dem ersten, der noch relativ geschichtlich geprägt war, veröffentlichte er in den 40er-Jahren weitere Romane, die nun zeitgenössischer und realitätsnäher daherkamen. Den großen Durchbruch schaffte Mahfouz Mitte der 50er, als er mit der Kairoer Trilogie innerhalb von etwas mehr als einem Jahr drei Romane über das Leben einer Kaufmannsfamilie und die generationsübergreifend erlebten Wandlungsprozesse innerhalb des Umgangs und der Annährung an den Westen auf den Markt brachte. Nur zwei Jahre später sorgte er mit dem Roman „Die Kinder unseres Viertels“, ein Werk über die Geschichte der Menschheit, für Aufsehen der besonderen Art. Innerhalb des Werkes treten Charaktere, die an Jesus, Mohammed, Moses und Adam erinnern, auf, womit Mahfouz den Unmut des konservativen Islams auf sich zieht. Schon der erste Teil, den er in einer Tageszeitung vorab zum Lesen herausgab, sorgte für scharfe Kritik und Empörung, welche Grund dafür ist, dass der Roman erst 2006 auch in arabischer Sprache komplett veröffentlichen werden konnte.

mahfouz 1988: Naguib Mahfouz (1911 – 2006)Mit diesem Werk ebnete Mahfouz auch den Weg für seine zweite Lebenshälfte. Nach Kurzgeschichten, Romanen und Essays zur Thematik setze er sich auch politisch aktiver für seine Anschauung ein. Mahfouz unterstützte den Friedensprozess in Israel und zog weiterhin das Unverständnis der fundamentalistischen Araber auf sich. Schon 1989 sprach der radikale Islamist Omar Abdul-Rahman ein Todesurteil für den Autor aus und das nur ein Jahr nach dem Erhalt des Nobelpreises für Literatur. Nur 5 weitere Jahre vergingen, als Mahfouz vor seiner Wohnung schwer niedergestochen wurde. Zwar überlebte er schwerverletzt, musste aber das folgende Jahrzehnt unter Personenschutz leben. Nachdem er im Sommer 2006 schwer erkrankte und nur noch künstlich am Leben gehalten wurde, verstarb Naguib Mahfouz am 30.August 2006 in Kairo.


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