1989: Camilo José Cela (1916 – 2002)
Camilo José Cela war einer der meist umstrittensten Autoren des Kontinents, da er in seinem literarischen Schaffen so manch von der Menschheit als obszönes Tabuthema gehandeltes Sujet in einen unnachahmlichen Kontext zu bringen wusste.
In der spanischen Provinz La Coruna wurde der Sohn eines Spaniers und einer Engländerin am 11.Mai 1916 geboren. Ab 1925 hatte er seinen festen Wohnsitz in Madrid, wo er eine gewöhnliche schulische Laufbahn absolvierte. Aus dieser Zeit stammt eine schwere Tuberkuloseerkrankung, an der Cela lange zu kämpfen hatte, die ihm aber auch ermöglichte, viel Zeit mit Literatur zu verbringen. Nach der Schullaufbahn entschloss sich der spätere Autor für ein Studium der Medizin, was er aber aus Interesse für die Literatur wenig später wieder beendete. So besuchte er in der Folgezeit einige Vorlesungen, in denen er zunehmend mit Lyrik in Kontakt kam und dort zum Schreiben ermuntert wurde. Mit Beginn des Spanischen Bürgerkriegs wurde Cela 1936 eingezogen und kämpfte an der Front neben den Frankisten. Ab 1940 studierte Cela Jura, was er aber wie schon Medizin schnell wieder abbrach. Stattdessen konnte er nun einzelne Werke veröffentlichen und fand eine Anstellung als Journalist. Den großen literarischen Durchbruch schaffte Cela 1942 mit seinem ersten Roman „Die Familie des Pascual Duarte“. Das Werk beschrieb in hohem Maße Gewalt, die sehr realitätsnah daherkam und sorgte so für skandalöses Aufsehen. Zunächst stark kritisiert, wurde es zwischenzeitlich verboten, jedoch in Argentinien weiter veröffentlicht.
1951 schrieb Cela sein in Europa bekanntestes und wohl auch bestes Werk „Der Bienenkorb“, welches später noch Vorlage für ein Drehbuch sein sollte. 1954 zog Camilo Cela auf die Urlaubsinsel Mallorca, wo er die Zeitung Papeles de Son Armadans als Sprachrohr der jungen Opposition gründete. Er schrieb weiterhin relativ umstrittene Werke, viele Essays und Novellen, die sich vor allem mit Themen, über welche die Mehrheit nicht zu sprechen vermochte, füllten. Man warf ihm mehrfach zu nahen Kontakt zur Pornografie und die Verwendung von Unmoral vor. Nichtsdestotrotz änderte Cela seine Richtung nicht und blieb über seine gesamte Schaffenszeit der eigenen Linie treu. So verdiente er sich besonders in den 80er-Jahren eine Vielzahl an ehrenvollen Auszeichnungen. 1987 erhielt er den Príncipe de Asturias de la Letras, zwei Jahre darauf den Nobelpreis für Literatur, Mitte der 90er dann auch noch den in Spanien hocheinzustufenden Cervantes-Preis. Am 17.Januar 2002 starb Camilo José Cela im Alter von 85 Jahren in seiner langjährigen Heimat Madrid.

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