1993: Toni Morrison (*1931)
Toni Morrison war und ist eine der entscheidendsten Schriftstellerinnen afroamerikanischer Literatur und so maßgeblich für den zunehmenden Erfolg einer neuen kulturellen Generation auf amerikanischem und internationalem Boden verantwortlich. Als Chloe Anthony Wofford wurde die heutige Weltautorin am 18.Februar des Jahres 1931 in Lorain im Bundesstaat Ohio geboren. Als Tochter afroamerikanischer Eltern, die neben Morrison noch drei weitere Kinder großzogen, wuchs sie in relativ bescheidenen Verhältnissen auf.
Nach der schulischen Ausbildung entschied sich die damals 18-Jährige 1949 für ein Literaturstudium an der Howard Universität in Washington DC, bevor sie sich vier Jahre später an der Cornell University für Anglistik einschrieb und dort ihren Abschluss absolvieren konnte. Während des Studiums änderte Morrison ihren Rufnamen nach ihrem zweiten Vornamen in Toni. Ende der 50er vervollständigte sie den Namen, unter dem sie heute bekannt ist aufgrund der Heirat mit einem jamaikanischen Architekten, von dem sie zwei Kinder bekam. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss lehrte Morrison zunächst Englische Literatur an der Texas Southern University in Houston, später dann an ihrer ehemaligen Wirkungsstelle, der Howard University. Nach ihrer Scheidung 1964 widmete sich Morrison mehr dem eigenen Schrieben und nahm anstatt der Dozenten- eine Lektorenstelle beim Verlag Random House an. Hier setzte sie sich sehr für afroamerikanische Autoren wie Gael Jones ein und ermöglichte diesen aufgrund ihrer Stellung die Veröffentlichung. Den ersten eigenen Roman brachte Morrison 1970 unter dem Namen „Sehr blaue Augen“ heraus. Zwar wurden das Erstlingswerk und auch das nachfolgende „Sula“ äußerst positiv bewertet und aufgenommen, den wirklichen Durchbruch konnte sie aber erst 1977 mit „Solomons Lied“ erreichen.
Fortan erfreute sich Toni Morrison großen internationalem Interesse, nicht nur an ihren Werken, sondern auch an der Person selbst. Morrison stieg auf zur Vorreiterin einer kulturellen Abzweigung, aus der nach und nach große andere Autoren emporstiegen. Trotz ihres großen literarischen Erfolges, der sich in Auszeichnungen wie dem Pullitzer-Preis von 1988 oder dem Nobelpreis für Literatur 1993 widerspiegelt, konzentriert sich Morrison nicht nur auf eigene Publikationen, sondern lehrt nach wie vor in Princeton junge Studenten über ihre über Jahre erlangten Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Literatur- und Geisteswissenschaften.
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