2000: Gao Xingjian (1940 – )
Der chinesische Literaturnobelpreisträger von 2000, Gao Xingjian gilt als Neubegründer der asiatischen Kunst der Dramaturgie, des Romanschreibens und der Erzählweise, die er in einer besonderen Art dem Lesenden zur Einsicht gibt.
In Ganzhou im Osten Chinas wurde er als Sohn einer Amateurschauspielerin und eines Bankiers am 4.Januar 1940 geboren. Nach den Interessen der Mutter kam Xingjian bereits in jungen Jahren in Kontakt mit der Welt des Theaters und der Schriftstellerei. Nach einer wenig ereignisreichen Schulzeit konnte er 1962 am Institut für Fremdsprachen in Peking sein Examen im Bereich Französisch absolvieren. Ab 1966 wurde er in Zuge der Kulturrevolution für zehn Jahre in einem Umerziehungslager gezwungen seine ersten Schriften zu verbrennen, was ihn aber nicht daran hindern sollte, heimlich weiter zu schreiben. Dank seiner Standfestigkeit und eines kämpferischen Willens durfte Xingjian ab 1979 nicht nur in chinesischen Zeitungen kleinere Beiträge veröffentlichen, sondern auch mehrere Reisen in ferngelegene Orte unternehmen. In dieser Zeit waren es jedoch mehr seine Übersetzungen von den Stücken Ionescos und Preverts, als seine eigenen, die für Aufsehen sorgten. Dennoch kam es zu den Aufführungen von „Alarmsignal“ oder „die Busstation“, wenngleich diese als unrühmlich beschrieben wurden und Xingjian 1986 als Folge für seine Stücke ein Aufführungsverbot erhielt.
Nach herber öffentlicher Kritik, ging er als politischer Flüchtling nach Paris, wo er sich in einem anderen künstlerischen Bereich, der Malerei seine Brötchen verdiente. Als Reaktion auf das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 trat der Autor aus der Kommunistischen Partei aus und veröffentlichte das Werk „Die Flucht“, welches nicht nur als Reaktion auf die Geschehnisse, sondern auch als endgültiger Bruch mit dem Heimatland zu werten ist. Xingjian nahm 1998 die französische Staatsbürgerschaft an und löschte somit sämtliche Verbindung zu China, auch wenn er in seinen später erschienen Werken immer noch den Bezug zu China als Sujet verwendete. 2001 entstand „Der Berg der Seele“, das im Wesentlichen die Reise durch China in gespenstischer Gestaltung darlegt. 2004 berichtete er in „Das Buch eines einsamen Menschen“ über das Schicksal seiner Familie, die dem Massaker zum Opfer fällt. Gao Xingjian erhielt mehrere französische Literaturpreise. Sehr überraschend hingegen kam die Verleihung des Nobelpreises für Literatur, den er 2000 bekam. China selbst sah es als nicht gerechtfertigt, einem derart unbedeutenden Künstler diesen auszuhändigen und bis heute wird über die Verbindung zu Akademiemitglied Malmqvist, der zugleich Übersetzer der Werke Xingjians ist, spekuliert.

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