2003: John Maxwell Coetzee (*1940)
John Maxwell Coetzee ist ein südafrikanischer Schriftsteller, der für seine bedeutsame Darstellung der sozialen und politischen Missstände innerhalb seines Landes und den Menschen an sich als erster Autor neben dem Literaturnobelpreis auch zweimal den Booker Prize gewinnen konnte. Als Sohn von einer Lehrerin und einem Rechtsanwalt wurde Coetzee am 9.Februar 1940 in Kapstadt geboren. Obwohl er einer burischen Familie entsprang, achteten die Eltern sehr darauf, dass er hauptsächlich mit der englischen Sprache in Kontakt kam, was nicht verhindern konnte, dass er mit der Zeit auch des Afrikaans mächtig wurde.
Nach der Schule schrieb er sich an der Universität in Kapstadt ein, wo er ab 1957 neben English auch Mathematik studierte. Einem sehr erfolgreichen Abschluss folgte eine Anstellung bei IBM in England, wo er die ersten drei Jahre nach dem Studium als Programmierer arbeiten sollte. Später zog es ihn dann in die Vereinigten Staaten. Ende der 60er-Jahre promovierte Coetzee schließlich an der University of Texas über die von Samuel Beckett verfasste Prosa und legte so den Grundstein für den Erfolg, der sich in den kommenden Jahren ergeben sollte. Zurück in der Heimat lehrte er zunächst an der Universität, wo er selber einst mit dem Studium begann. Bereits mit seinem ersten großen Werk, der Erzählung „Dusklands“, welche Coetzee 1974 verfasste, gelang ihm der große Durchbruch. Die Geschichte ist eine Art Erzählung, in der deutlich Parallelen zwischen den im Vietnam stationierten amerikanischen Truppen und den niederländischen in Südafrika allegorisch gezogen werden.
Auch die nachfolgenden Veröffentlichungen konnten große Erfolge erzielen und sich einer immensen öffentlichen Betrachtung erfreuen. 1980 erhielt er für den Roman „Warten auf die Barbaren“ den höchsten südafrikanischen Literaturpreis und nur drei Jahre später für ein weiteres Werk den ersten Booker Prize. Neben seiner Tätigkeit als begnadeter Schriftsteller lehrte Coetzee an zahlreichen namenhaften Universitäten. So führte er unter anderem Vorlesungen in Harvard und Stanford, der John Hopkins University und der State University in New York. Besonders in den 80ern galt Coetzee als einer der am meist beachteten Autoren und erhielt zahlreiche Auszeichnungen mit sehr hochdekorierten Literaturpreisen. Auch wenn man ihm heute innerhalb seiner Heimat kritisiert und fehlende Kontur bei der politischen Betrachtung anprangert, ist Coetzee international weiterhin äußerst gefragt. Seit 2002 lebt er in Australien, lehrt dort nach wie vor an der Universität und ist seit 2007 im Besitz der australischen Staatsbürgerschaft. Im Jahre 2003 erhielt John Maxwell Coetzee schließlich den von Experten längst geforderten Literaturnobelpreis.
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Ist ja großartig. Man merkt wirklich wie die Welt zusammenwächst. Literaturnobelpreise für so viele verschiedene Nationalitäten. Ich sehe das als seehr großen Gewinn an. Hoffentlich gibt es jedes jahr noch mehr tolle Überraschungen. MfG