Auhtor: Benjamin Jendro
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2004: Elfriede Jelinek (1946 – )

oesterreich 2004: Elfriede Jelinek (1946    )Die Österreicherin Elfriede Jelinek schafft es aufgrund ihres künstlerischen Schaffens, welches von Dramen und Romanen, bis hin zu Theaterstücken und Hörspielen reicht, dass ein großes Publikum ihrer besonderen Sicht der sozialen Missstände Begeisterung schenkt.

Als Tochter eines jüdischen Chemikers, der nur aufgrund seiner Wichtigkeit dem Konzentrationslager entging und einer Mutter, die großbürgerlichen Wurzeln entsprang, wurde Jelinek am 20. Oktober 1946 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. In ihrer Kindheit genoss sie hauptsächlich den Kontakt zur Mutter, da der Vater zunehmend in psychische Probleme verfiel. Nach einem katholischen Kindergarten besuchte sie eine Klosterschule, deren Besuch ihr aber von den Nonnen selbst als hinderlich bestätigt wurde. Jelineks Mutter plante von Beginn an eine äußerst musikalisch geprägte Zukunft ihrer Tochter. So besuchte sie bereits ab dem 14.Lebensjahr das Wiener Konservatorium, wo sie zunächst Klavier, Blockflöte und Orgel, später sogar noch Komposition studierte. Nebenbei kam sie einer gewöhnlichen Schulausbildung nach und besuchte ein Realgymnasium der Stadt. Ab 1964 studierte sie dann Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte, was sie jedoch nach kurzer Zeit aufgrund von Depressionen wieder abbrach. Isoliert von der Außenwelt lebte sie im folgenden Jahr fast ausschließlich zu Hause und widmete sich mehr und mehr der Schriftstellerei. Aus dieser Zeit stammt mit dem Gedichtband „Lisas Schatten“ auch die erste große Veröffentlichung. Nach dem Tod ihres Vaters 1969 kam es zu einer Wendung in Jelineks Leben.

jelinek 2004: Elfriede Jelinek (1946    )Sie erholte sich zunehmend und wurde zudem auch politisch aktiv. Ihr Beitritt zur Studentenbewegung sollte erst der Anfang sein. Drei Jahre nach dem Abschluss des Orgelstudiums aus dem Jahr 1971, trat Jelinek in die kommunistische Partei Österreichs ein, aus der sie Anfang der 90er wieder austrat. Noch im gleichen Jahr veröffentlichte sie ihr erstes großes Hörspiel „Wenn die Sonne sinkt, ist für manche schon Büroschluss“, was innerhalb der Heimat als Hörspiel des Jahres ausgezeichnet wurde. Ein Jahr später ging der Erfolg weiter und so gilt der Roman „Die Liebhaberin“ als der endgültige Durchbruch. Es folgten weitere vielumjubelte Werke, ob als Hörspiel oder Roman. Neben positiver Rezension erntete Jelinek aber auch reichlich Kritik, vor allem für das „Burgtheater“ 1985. Auch durch ihr wohl größtes Werk „Lust“, welches 1989 herausgebracht wurde, sorgte Elfriede Jelinek für großes Aufsehen. Nachdem ein weiteres Theaterstück Mitte der 90er erneut eine scharfe Kritik zur Folge hatte und Angriffe auf ihre Person Überhand nahmen, zog sich die Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2004 aus der Öffentlichkeit zurück, wagte aber in den vergangenen Jahren mehrmals das Comeback.


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