1953: Sir Winston Leonard Spencer Churchill (1874 – 1965)
Als bekanntester britischer Politiker aller Zeiten, begnadeter Schriftsteller und Journalist geht der zweifache Premierminister Großbritanniens, Sir Winston Churchill, in die Geschichte ein.
Als Sohn eines konservativen Politikers und einer vermögenden Amerikanerin wurde Churchill am 30.November 1874 im englischen Woodstock geboren. Nach dem nicht immer einfachen Besuch von drei Privatschulen führte ihn sein Weg zum Militär, bei dem er nach zweimaligem Scheitern doch noch an der Kadettenschule aufgenommen wurde. Hier fühlte er sich erstmals so richtig wohl und widmete sich zunehmend dem Kontakt mit und der Ausarbeitung von literarischen Werken – eine Vorliebe, die ihm während der Schulzeit aufgrund des autoritären Zwangs eher unzugänglich blieb.In den folgenden Jahren bekleidete Churchill eine Reihe von Ämtern innerhalb des Militärs und kam in den Kontakt mit kriegerischem Geschehen, in dem er als aktiver Soldat und Berichterstatter fungierte. Vor allem dieser Funktion innerhalb des zweiten Burenkrieges und seiner spektakulären Flucht aus der dortigen Kriegsgefangenschaft verdankte er aufkommendes gesellschaftliches Interesse an der Person Churchill. Wenig später, zu Beginn des 20.Jahrhunderts beschäftigte sich Churchill zunehmend mit der Politik, wurde 1901 ins Parlament gewählt und fiel in der Folge durch seine relativ radikalen Handlungen auf. Churchill wechselte mehrfach die Partei und fungierte in unterschiedlichen Ämtern vom Marineminister bis hin zum Schatzkanzler. Ab 1929 besetzte Churchill über zehn Jahre hinweg kein politisches Amt, war jedoch auf journalistischer Ebene weiterhin politisch aktiv, so warnte er mehrfach vergebens vor dem globalen Unheil durch Adolf Hitler.
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kehrte Churchill zurück in die Politik, wo er nur ein Jahr später die Würde des Premierministers erhielt. Vorrangig durch die Aktivität innerhalb der Alliierten Mächte verdiente er sich bis zum Rücktritt 1945 politischen Ruhm. Auch danach blieb er politisch aktiv und entwickelte Ideen zur Herausbildung von NATO und Europa-Rat. Nach einer weiteren Phase als Premierminister von 1951 – 55 widmete er sich in den letzten zehn Jahren ausschließlich der Malerei und Schriftstellerei. Es folgten Lebensjahre mit vielen hochrangigen Auszeichnungen für die Verdienste, wie dem Literaturnobelpreis und der Adelung durch Queen Elisabeth II 1953 oder der Ernennung zum amerikanischen Ehrenbürger im Jahr 1963. Zwei Jahre nach dieser Auszeichnung für sein Lebenswerk starb der Brite am 24.Januar 1965 in London und wurde in der Nähe seines Geburtsortes beerdigt.
1952: François Mauriac ( 1885 – 1970 )
François Mauriac gilt als einer der größten französischen Schriftsteller des 20.Jahrhunderts und hinterließ durch eine Vielzahl von Romanen und politischen Dossiers bleibenden Eindruck.
Am 11.Oktober 1885 wurde er als jüngstes von fünf Kindern in Bordeaux geboren. Nach dem Tod des Vaters, der als gestandener Kaufmann den Lebensunterhalt der Familie verdiente, wuchs er bei der streng katholischen Mutter und seinen Großeltern auf. Mauriac besuchte vom Kindesalter ab kirchliche Privatschulen und begann im Alter von 18 Jahren mit dem Studium, welches ihn über Bordeaux in die Hauptstadt Frankreichs führte und die wesentlichen Grundprinzipien der Literatur näherbrachte. In Paris war für ihn anfänglich eine Ausbildung als Archivmitarbeiter geplant, doch entfernte er sich diesem Zweig schnell und schenkte dem Journalismus und der Literatur größere Beachtung. Der immer noch sehr religiöse Mauriac widmete sich der Ausarbeitung von Gedichten, die in der Folge von ihm in gesammelten Bänden veröffentlicht wurden. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges, für den er ausgemustert und lediglich als Sanitäter in Frage kam, begann sich Mauriac zunehmend mit dem Verfassen von Romanen zu beschäftigen.
Zu dieser Zeit vermählte er sich auch und wurde in relativ kurzem Zeitraum Vater von drei Kindern, denen einige Jahre später ein viertes folgen sollte. Mit „Le baiser au lépreux“ (Der Aussätzige und die Heilige) gelang Mauriac 1922 ein wahres Meisterstück, welches verantwortlich für den seinen Durchbruch war. Es folgten einige weitere Romane, die sich vor allem mit den sozialen Charakteristika der verdienenden Gesellschaft beschäftigen und die Mitgliedschaft in der Französischen Akademie. Nach einer gefährlichen Operation am Kehlkopf inmitten der 30er-Jahre widmete sich Mauriac mehr politischen Fragen und wandte sich sehr kritisch gegen die nationalsozialistischen Ideologien von Mussolini und Hitler. Unter dem Synonym Forez schrieb er in der Folge gegen alles, was Unrecht am Menschen war, unter anderem übte er auch Kritik an der späteren Außenpolitik Frankreichs in Bezug auf Asien und Afrika. Diese Tätigkeit sollte sich auszahlen, so erhielt er auch aufgrund der politischen Texte 1947 die Ehrendoktorwürde, sowie 5 Jahre später den Nobelpreis für Literatur. Nach der Fertigstellung einer Biografie über Charles de Gaulle und seinen eigenen Memoiren verstarb einer der größten Romanciers der Literaturgeschichte am 1.September 1970 in Paris.
1951: Pär Lagerkvist (1891 – 1974)
Pär Fabian Lagerkvist ist am 23.Mai 1891 im ländlichen Vaxjö in Schweden geboren und geht als einer der bedeutendsten skandinavischen Literaren in die Geschichte ein.
Als siebter und somit letzter Sohn eines Bahnangestellten wuchs Lagerkvist in einer streng religiösen Familie auf und hatte bereits als kleiner Junge den Wunsch, sich später einmal durch das Schreiben den Lebensunterhalt zu verdienen. Schon in den jungen Jahren seines Lebens galt die größte Aufmerksamkeit den großen literarischen Werken der Zeit. Im Alter von 19 begann der Småländer mit dem Studium an der Universität von Uppsala, an der er sich für Literatur- und Kunstgeschichte einschrieb. 1913 wechselte er die Universität und widmete sich vorrübergehend mehr der Kunst. In Paris wurde er zum Anhänger der Werke des Kubismus´ und verschiedener Expressionisten. Zurück in Skandinavien verbrachte Lagerkvist die Zeit während des Ersten Weltkrieges mit dem Verfassen von Gedichten und Theaterstücken, sowie als Verfasser von Rezensionen in der lokalen Presse.
| In Kopenhagen lernte er Karen Sørensen kennen, die er 1918 heiratete. Nach nur sieben Jahre schied er sich von dieser und vermählte sich nach kurzer Zeit ein zweites Mal. Mit Elaine Luella Hallberg bekam Lagerkvist einige Zeit später seinen einzigen Sohn. Zu Beginn der 30er-Jahre zog er sich mit beiden in der Gemeinde Lidingö zurück und trat so aus dem Licht der Öffentlichkeit. |
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Literarisch aktiv blieb er dennoch und veröffentlichte mehrere Romane, die sich vor allem durch religiöse Aspekte und die Differenz zwischen Gut und Böse kennzeichnen. Lagerkvist wurde 1940 Mitglied der Schwedischen Akademie und erhielt ein Jahr später die Ehrendoktorwürde. 1950 veröffentlichte er sein größtes Werk Barabbas, für das er schon vorab öffentlich Lob genießen konnte. Dem Werk, welches auf der biblischen Geschichte basiert und das den Ungläubigen zum Gläubigen verändert, verdankt er den Erhalt des Nobelpreises für Literatur im Jahr 1951. Die letzten Jahre verbrachte Lagerkvist im Beisein der zwei Menschen, die ihm am Nächsten standen und verstarb im Alter von 81 Jahren in der Nähe von Göteborg.
1950: Bertrand Russell ( 1872 – 1970)
Bertrand Arthur William Russell gilt als einer der einflussreichsten britischen Philosophen und trat während seiner Lebenszeit vor allem durch die Auseinandersetzung mit mathematischen Grundsätzen und als Sozialkritiker in Erscheinung.
Als dritter Sohn einer Adelsfamilie wurde Russell am 18.Mai 1872 in Monmouthshire/Wales geboren und wuchs unter der Obhut seiner Großmutter auf, was an dem frühzeitigen Tod beider Elternteile lag. Die vielen einsamen Stunden nutzte er zur Beschäftigung mit mathematischen und literarischen Werken. Der Entschluss sein Leben dafür zu nutzen, etwas für die Mathematik zu tun, brachte Russell 1890 nach Cambridge, wo er später selbst noch lehren sollte. Als Student widmete er sich zunehmend der Forschung. Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte, denn in den folgenden Jahren entwickelte er durch den Austausch mit anderen Gelehrten eine Reihe von neuen mathematischen Erkenntnissen, die er in “Principa Mathematica” zusammenstellte.
| Nach Fertigstellung des Werkes 1913 widmete sich Russell im Zuge des Ersten Weltkrieges mehr philosophischen und politischen Fragen. Hier nahm er die Rolle des pazifistischen Kriegsverweigerers ein, was dazu führte, dass er seine Professur in Cambridge verlor und inhaftiert wurde. |
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Es folgte eine Zeit, in der Russell Jahre in der Sowjetunion und Asien, wo er eine Gastprofessur annahm, verbrachte. Inmitten der 20er-Jahre kehrte Russell mit seiner damaligen, zweiten Frau zurück nach England und rief dort aus Protest gegen das Bildungssystem die libertäre Beacon Hill Schule ins Leben. Russell widmete sich zunehmend sozialpädagogischen und populärwissenschaftlichen Reizthemen, befürwortete Homosexualität und zog sich vor allem durch sein Werk “Ehe und Moral“, in dem er die Grundsätze der christlichen Religion in Frage stellte, den Unmut der Gläubigen auf sich. Dennoch erhielt Russell die Möglichkeit an weiteren Universitäten, in New York und Chicago, zu lehren.
Die Erkenntnisse in den 20er-Jahren veränderten seine Ansicht zum Kriegsgeschehen, so befürwortete Russell am Ende des Zweiten Weltkriegs einen Präventivkrieg gegen die Sowjetunion, um einen folgenschwereren, globalen Atomkrieg zu verhindern. Nach dem Krieg ging Russell zurück nach Cambridge und blieb bis zum Tod politisch und sozialkritisch aktiv. 1949 erhielt er die Ehrendoktorwürde und ein Jahr später für das wissenschaftliche Schreiben den Literaturnobelpreis. Im hohen Alter setzte sich Russell für die atomare Abrüstung ein. 1958 gründete er die „Campaign of Nuclear Disarment“, für deren Grundsätze er als 88-Jähriger noch mal eine Haftstrafe zu verbüßen hatte. Ein Jahr nach seiner Autobiografie (1967-1969) verstarb Russell am 2.Februar 1970 in Wales und unter dem Beisein seiner vierten Ehefrau an den Folgen einer Grippeerkrankung.
1949: William Cuthbert Faulkner
William Cuthbert Faulkner wurde am 25. September 1897 in New Albany, Mississippi, geboren. Er galt und gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller und erhielt somit 1950, nachträglich für 1949, den Literaturnobelpreis.
In der Hauptstadt Jefferson, spielen sich die meisten von Faulkners fiktiven Geschichten ab. William C. Faulkner ist prädestiniert für die Erzählung von Geschichten des Landes und seiner Familie, der Benboe, Chickasaw, Compson, Gowrie, De Spain, Hawk,…von einer Zeit zu der dort ausschließlich Indianer lebten bis nach dem zweiten Weltkrieg.
Er hatte bedeutsame Vorfahren, wie zum Beispiel sein Urgroßvater, der Colonel in der Armee der Konföderierten war, dieser gründete eine Eisenbahnlinie und ist Namensgeber der Stadt „Falkner“ und auch er verfasste diverse Romane und Texte, so begründete er eine literarische Tradition in der Familie. Später zog Faulkner nach Hollywood, dort erhoffte er sich Erfolg als Drehbuchautor. In älteren Jahren schrieb er das Drehbuch von Reymond Chandlers „The big Sleep“ (Tote schlafen fest) und Ernest Hemingway „To have and have not“ (haben und Nichthaben), beide wurden verfilmt. Faulkner begann eine Affäre mit der Sekretärin des Regisseurs Hawk und diese Affäre wurde letztlich in „Barton Fink“, gemeinsam mit seinem Alkoholproblem, verfilmt. Seine Alkoholexzesse verstärkten sich nach größeren Erfolgen, so verfälschte man absichtlich das Datum der Nobelpreisverleihung, um ihn nüchtern zu empfangen, doch dies bemerkte er trotz Alkoholeinflusses und trank bis zum tatsächlichen Datum weiter. Der Nobelpreis für Literatur verlieh man ihm erst ein Jahr später, rückfolgend, da die Juroren sich im Vorjahr, 1949, nicht auf einen Träger einigen konnten. Dem zur Folge, fand eine gemeinsame Zeremonie mit dem Literaturnobelpreisträger von 1950, Bertrand Russell, statt. Faulkner spendet sein Preisgeld an eine Stiftung für junge Nachwuchsautoren, die heute den
„Pen/Faulkner Award for Fiction“ verleiht. Von 1957 bis zu seinem Tod, 06. Juli 1962, war er als „writer in residence“ an der University of Virginia tätig. Faulkners Schriften, waren im Gegensatz zu E. Hemingways, nicht verboten. Große Beeinträchtigung in Deutschland gelang im erst in der Nachkriegszeit und beeinflusste essentiell das Schaffen von Heinrich Bölls, Uwe Johnson und Alfred Anderschs.


