1965: Michail Alexandrowitsch Scholochow (1905 – 1984)
Michail Scholochow war ein sowjetischer Literat, der sich dank eines einzigen, aber durchaus prägendem Werk mit dem Erhalt des Literaturnobelpreises in die große Riege sowjetischer Schriftsteller einreihen konnte.
In Krushilin bei Staniza Wjoschenskaja, dem heutigen Oblast Rostow kam Scholochow am 24.Mai 1905 als Sohn von sich in der unteren Mittelklasse befindenden Eltern zur Welt. Seine Kindheit war geprägt von vielen Umzügen und Schulwechseln. So besuchte Scholochow auch aufgrund der verschiedenen Anstellungen seiner Eltern, die als Bauern, Müller und Viehhändler den Lebensunterhalt verdienten, Schulen in seinem Heimatdorf, Moskau und Bogutschar. Im Alter von 13 Jahren verließ der spätere Erfolgsautor die Schule und schloss sich den Revolutionären des in Russland aufkommenden Bürgerkriegs an. Die folgenden Jahre waren geprägt von der Suche nach Verbrechern und Verrätern. 1922 zog es ihn in die russische Hauptstadt, in der er neben dem Besuch der örtlichen Gymnasien auch erste journalistische und schriftstellerische Versuche unternahm. Ab seinem 19.Lebensjahr widmete sich Scholochow dann voller Hingabe seiner bedeutendsten Arbeit. Zwar hatte er bereits eine Kurzgeschichte und einzelne satirische Texte veröffentlicht, doch so ganz sollte ihm der Sprung in die Welt des Verfassens nicht gelingen. „Der stille Don“ sollte das ändern. Bereits 1926 erschien das erste Exemplar, es sollten jedoch ganze 14 Jahre vergehen, bis sein Werk in der kompletten Fassung in die Hände der Öffentlichkeit gelangte.
Auch politisch fungierte Scholochow zunehmend auf höherer Ebene. Der kleine Junge von einst, der sich den Revolutionären anschloss, stieg 1932 bei der KPdSU ein und sollte bereits vier Jahre später im Obersten Sowjet sitzen. Nur ein Jahr später wurde er schließlich zum Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. Trotz der hohen Kritik am Wahrheitsgehalt seines Lebenswerkes, die ihn oftmals des Plagiarismus bezichtigt, folgten Jahre des Erfolgs und der hohen Auszeichnungen. Unter anderem erhielt Scholochow für sein Meisterwerk den Stalin- und Leninpreis, die Ehrendoktorwürde für Philologie der Universität zu Leipzig und 1965 den Nobelpreis für Literatur. Im Alter von 78 Jahren verstarb Michail Alexandrowitsch Scholochow am 21.Februar des Jahres 1984 in Wjoschenskaja.
1964: Jean-Paul Ch. A. Sartre (1905 – 1980)
Jean-Paul Sartre gilt als der einflussreichste französische Schriftsteller des 20.Jahrhunderts und verdiente sich aufgrund seines Status des intellektuell bedeutendsten Philosophen hohen politischen und gesellschaftlichen Einfluss.
Als einziges Kind von einem Marineoffizier und einer Cousine Albert Schweitzers wurde Sartre am 21.Juni 1905 in Paris geboren. Da der Vater schon kurz nach seiner Geburt an den Folgen einer Gelbfiebererkrankung starb, zog er mit seiner Mutter zurück in das elterliche Haus. So wurde Sartre in seiner Kindheit vor allem vom Großvater, dem Gymnasiallehrer Charles Schweitzer, geprägt. Dieser unterrichtete ihn in Zusammenarbeit mit einigen Privatlehrern zu Hause, bevor Sartre auf das renommierte Gymnasium Lycée Henri IV kam. In dieser Zeit pflegte Jean-Paul wenig soziale Kontakte zu Gleichaltrigen, was auch an seiner zunehmenden Erblindung des rechten Auges und auftretendem Schielen lag. Sartres Weg führte ihn auf die École Normale Supérieure, auf der er mit seinem besten Freund Paul Nizan Philosophie, Psychologie und Soziologie studierte. Hier lernte er auch seine erste Frau Simone de Beauvoirs, die bis zum Lebensende an seiner Seite bleiben sollte, kennen.
Sartre arbeitete in den Jahren nach seinem Studium als Gymnasiallehrer, reiste viel und eignete sich durch die Studien der Werke verschiedener Philosophen wie Nietzsche ein gewisses Maß an Intellektualität an. Im Zweiten Weltkrieg, für den er sich als Sanitäter meldete, geriet Sartre in deutsche Kriegsgefangenschaft. Eine Zeit, die ihn prägen sollte. Zwar verfasste Sartre schon vor Kriegsausbruch einzelne Essays, doch wurde die Zeit Ende der 40er- und in den 50er-Jahren zu seiner Blütezeit. Mit „Les temps modernes“ rief er eine politisch-literarische Zeitung ins Leben, in der er seine kommunistischen Ansichten publik machte. Später revidierte er diese Ansicht, auch durch die Erlebnisse auf seinen Reisen durch die Sowjetunion, Kuba und China. So wurde seine später gegründete Partei zur politischen Instanz, die einen dritten Weg zwischen Sozialismus und Kommunismus darstellen sollte. Eine wirkliche Entscheidung zugunsten einer der beiden Lager, konnte Sartre nie aussprechen, denn beide handelten ihm zu oft zu wider. So wurde Sartre vor allem zum politischen Kritiker und schwieg sich auf zum führenden Intellektuellen auf französischem und europäischem Boden. 1964 erhielt er den Literaturnobelpreis, den er aber, wie im Vorfeld bereits angekündigt, ablehnte, da er davon überzeugt war, diesem nicht würdig zu sein. Nach einsamen letzten Jahren, in denen er an der Seite seiner Frau seine Kenntnisse auf Interviewebene darlegen musste, da er fast vollständig erblindet war, verstarb er am 15.April 1980 in Paris.
1963: Giorgos Seferis (1900 – 1971)
Giorgos Stylianos Seferis war zu Lebzeiten über Jahrzehnte als Schriftsteller und bedeutender Botschafter für sein Heimatland Griechenland tätig und verdiente sich aufgrund seiner literarischen Fähigkeiten als erster Grieche den Literaturnobelpreis.
Nach gregorianischem Kalender wurde Seferis am 13.März 1900 in Smyrna, dem heutigen Izmir geboren. Sein Vater, der als Rechtsanwalt den Familienunterhalt verdiente, arbeitete ebenfalls als Schriftsteller, vorrangig Verfassen und Übersetzen von Gedichten, und sollte sich so auf beiden Gebieten als Vorreiter für seinen Sohn darstellen. Später wurde er noch zweimal großer Bruder, eine von seinen Schwestern vermählte sich sogar mit dem griechischen Präsidenten Konstantinos Tsatsos. Mit Ausbruch des ersten Weltkriegs zog die Familie in die griechische Hauptstadt Athen, in der Seferis fortan das Gymnasium besuchte und 1917 dieses mit dem Erhalt seines Abiturs absolvierte. Er widmete sich wie sein Vater dem Studium der Rechtswissenschaften, zunächst in Athen und später schließlich auch in Paris. Mit Beendigung 1926 begab sich der spätere Erfolgsautor sofort in den diplomatischen Dienst und wurde Botschafter in Griechenland und später auch in der britischen Hauptstadt London. Parallel zu seiner Botschafterkarriere arbeitete Seferis an der Ausarbeitung von einzelnen Gedichten, die er in der Gedichtsammlung „Wende“ 1931 veröffentlichen konnte. Ende der 30er-Jahre stellte er seinen Dienst noch mehr in den des Landes, so wurde er zum Konsul in Koritza (Albanien). Während des Zweiten Weltkriegs begleitete Seferis die griechische Exilregierung auf ihrem Weg, der sie bis nach Ägypten und Südafrika führen sollte. In fester Begleitung seiner einzigen Ehefrau Maro Zannou, die er 1941 heiratete, fungierte er vorrangig als politischer Berater.
Nach Beendigung des Krieges 1944 ging er zurück nach Athen und trat nur vier Jahre später wieder in den diplomatischen Dienst ein, arbeitete als Botschafter im Libanon und erneut in Großbritannien. 1963 erhielt Seferis auch für das politische Engagement und seine geschaffenen Gedichte, Essays und seine Tagebücher den Literaturnobelpreis. Neben dem Schreiben blieb er politisch aktiv. So stand er deutlich gegen die von 1967-1974 herrschende Militärdiktatur und erklärte das auch öffentlich. Folgerichtig wurde seine Beerdigung wenige Tage nach seinem Tod am 20.September 1971 zum öffentlichen Demonstrationslauf gegen die diktatorischen Verhältnisse.
1962: John Ernst Steinbeck (1902 – 1968)
John Ernst Steinbeck war innerhalb und außerhalb der Vereinigten Staaten einer der am meisten gelesenen Autoren des 20.Jahrhunderts, sowie Kriegsberichtserstatter im Zweiten Weltkrieg und lieferte mit seinen Werken die Vorlage für zahlreiche Kinofilme.
Als einziger Sohn von einem deutschen Beamten und einer Lehrerin aus Irland wurde Steinbeck am 27.Februar 1902 im kalifornischen Salinas geboren. Seine Kindheit verlebt er im Kreise der Familie, zu der auch drei Töchter gehörten, zumeist in Monterey, welches heute auch als „Steinbeck-Country“ bekannt ist und Schauplatz der meisten seiner Werke ist. Steinbeck begann 1919 mit dem Studium für Meeresbiologie und Literatur an der Stanford Universität, welches er 1925 aufgrund der Sinnlosigkeit für das eigene Schaffen aber ohne Abschluss abbrach. Vielmehr gaben ihm die kleinen Jobs, mit denen er sich über Wasser hielt und das Studium finanzierte wahre Erkenntnisse über die Menschen und Stoff für sein späteres Schreiben. Steinbeck wagte den Schritt in die Hauptstadt der USA, in der sein Erfolg aber sehr begrenzt blieb und so zog es ihn schon ein Jahr später wieder zurück nach Kalifornien, wo er neben dem Verfassen erneut mit kleinen verschiedenen Gelegenheitsarbeiten sich über Wasser zu halten versuchte. 1929 veröffentlichte er schließlich seinen ersten Roman, der aber genau wie mehrere nachfolgende Publikationen zunächst relativ unbeachtet und erfolglos blieb. 1935 gelang Steinbeck dann mit „Tortilla Flat“ (Die wunderlichen Schelme von Tortilla Flat) der nationale, wie internationale Durchbruch. Noch erfolgreicher sollte fünf Jahre später „The Grapes of Wrath“ (Früchte des Zorns) werden, das bis heute als größter Erfolg des Amerikaners anzusehen ist und ihm in der Folge sogar den Pullitzerpreis einbrachte.
Auf Anraten von Washington stellte er kurz nach dem japanischen Überraschungsangriff auf Pearl Harbor seine literarischen Fähigkeiten in den Dienst des Landes und erarbeitete mit anderen Schriftstellern wie Sherwood und Wilder ein Theaterstück und verschiedene Publikation zur Propaganda gegen das vom Nationalsozialismus geführte Deutschland. Außerdem fungierte er als Kriegsberichtserstatter in Europa, was ihn grundlegend auch dazu bewegen sollte, in mehreren Reisen innerhalb der 50er-Jahre mehrfach wiederzukehren. Steinbeck verfasste auch nach dem Krieg noch einige Romane, konnte aber an den Erfolg früherer Jahre, in denen seine Werke fast immer die Geschichte armer Landarbeiter in Kalifornien erzählten, anknüpfen. Dennoch erhielt er rückwirkend für das Geleistete 1962 den Nobelpreis für Literatur. Nach einer Vietnamreise aus dem Jahre 1967 erkrankte Steinbeck schwer und erholte sich davon nicht mehr. So verstarb er am 20.Dezember 1968 als 66-Jähriger an Herzversagen.
1961: Ivo Andric (1892 – 1975)
Der Jugoslawe Ivo Andric ist der größte Autor südslawischer Literatur aller Zeiten und bis zum heutigen Tag einer der bekanntesten Autoren seines Landes.
Seine Mutter verweilte gerade zu Besuch bei Verwandten, als sie am 9.Oktober 1892 im bosnischen Dolac einen Sohn zur Welt brachte. Der am selben Tag noch auf den Namen Ivo getaufte Junge, musste allerdings schon zwei Jahre später von seiner Mutter Abschied nehmen. Sein Vater, ein Beamter starb an Tuberkulose und die Mutter war alleine nicht im Stande, ihren einzigen Sohn großzuziehen, so kam Andric zu seiner Tante, bei der er fortan ein gut erfülltes Leben führen sollte. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Sarajevo, begann der spätere Autor ein, durch den Ersten Weltkrieg oftmals unterbrochenes, Studium für Philosophie, Slawistik und Geschichte. Als Mitglied der Untergrundorganisation „Junges Bosnien“ war Andric schon früh politisch aktiv, was ihm in der Folge einen einjährigen Gefängnisaufenthalt bescheren sollte. Nach der Amnestierung 1917 gründete der damals 25-Jährige seine erste Zeitung, die sich vor allem literarischen Werken widmete.

In den 20er- und 30er-Jahren durchlief Ivo Andric eine Vielzahl von politischen Ämtern innerhalb seiner Landesregierung, arbeitete im Außenministerium, als Diplomat und promovierte an der Universität zu Graz über die Geschichte Bosniens. Seine diplomatische Anstellung dauerte bis 1941 an, als er auf eigenen Wunsch aus Berlin abgezogen wurde, jedoch noch als politischer Repräsentant und Beobachter dem Dreimächteabkommen in Wien beiwohnen musste. Andric verließ die politische Bühne und spezialisierte sich zunehmend auf das Schreiben, für das er trotz kriegerischen Handlungen in Belgrad und auf Abraten vieler zurück in die Heimat zog. Hier verfasste er drei später vielfach ausgezeichnete Romane, die allesamt 1945 veröffentlicht wurden. „Gospodjica“ (Das Fräulein), „Na Drini cuprija“ (Die Brücke über die Drina) und schließlich „Travnicka hronika“ (Wesire und Konsuln) waren alle drei riesige Erfolge und verantwortlich dafür, dass die Werke von Andric in 40 Sprachen übersetzt wurden und der Autor zahlreiche Ehrungen in Empfang nehmen konnte. Unter diesen war 1961 auch der Literaturnobelpreis, den er primär für die Gestaltung der Geschichte seines Landes erhielt. Ivo Andric wurde nach dem Krieg zum Vorsitzenden des landeseigenen Schriftstellerverbandes ernannt und wurde erneut, wenn auch in kleinerer Position, politisch aktiv. Bis zu seinem Tod am 13.März 1975 arbeitete er weiter für die Regierung und schrieb einzelne kleinere Werke, die einen ähnlichen Erfolg wie den der „Bosnischen Trilogie“ nie erreichen konnten.
1960: Saint John Perse (1887 – 1975)
Der französische Dichter Saint John Perse gilt als einer der eindrucksvollsten Nachfolger Arthur Rimbauds und machte im 20.Jahrhundert durch seine politische Aktivität, sowie als radikaler Vertreter der modernen Lyrik auf sich aufmerksam.
Als Marie-René-Alexis Saint-Léger am 31.Mai 1887 auf dem Inselstaat Guadeloupe geboren, zog es den späteren Dichter, dessen Eltern beide als Juristen tätig waren, schon früh zurück nach Frankreich. Hier widmete er sich zunächst in Bordeaux, später in Paris dem Studium der Politikwissenschaften und in Anlehnung an seine Eltern einem Jurastudium. Im Alter von 27 Jahren trat Léger dem diplomatischen Dienst bei, der ihn schon zwei Jahre später nach Asien bringen sollte. Als Legationssekretär fungierte er fortan für die französische Regierung, bereiste Japan, China und die Mongolei. Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg verbrachte der aufstrebende Diplomat damit, als Berater für den später mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten französischen Außenminister Briand zu arbeiten. Ende der 20er-Jahre wurde Léger dann selbst für das Außenministerium tätig und wurde zum Directeur des Affaires politiques erklärt.
Das eigentliche Schreiben begann er jedoch erst ein Jahrzehnt später. Als klarer Gegner der französischen Beschwichtigungspolitik gegenüber dem von Hitler angeführten Deutschland, wurde er sämtlicher Ämter enthoben. Außerdem verlor er aufgrund seiner festen Meinung sein gesamtes angehäuftes Vermögen, sowie die französische Staatsbürgerschaft. Über den Umweg England zog es ihn schließlich in die USA, wo er ebenfalls zunächst als Berater für die Library of Congress arbeitete und sich zunehmend einzelnen Publikationen gegen den von ihm verhassten Nationalsozialismus widmete. Schon kurz nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs kam es zur Begnadigung durch die französische Regierung, doch Léger verweilte noch bis zum Ende der 50er-Jahre in den USA, bevor er als Dichter Saint John Perse zu seinen alten Wurzeln zurückkehrte. Perse verbrachte die letzten Jahre ausschließlich mit der Ausarbeitung von kleineren Werken, in denen es ihm hauptsächlich darum geht, durch bewusste Irritation den Leser der Verwirrung auszusetzen und ihm dadurch die Beschäftigung mit dem wahren Sinn aufzudrängen. Eine Eigenschaft, für die er 1960 auch den Nobelpreis für Literatur erhielt. Saint John Perse verstarb am 20.September 1875 in Giens.
1959: Salvatore Quasimodo (1901 – 1968)

Der Italiener Salvatore Quasimodo war ein begnadeter Lyriker, der sich dank hoher Kenntnisse der lateinischen und griechischen Sprachen neben seinen eigenen Werken auch der Übersetzung anderer Autoren widmete.
Am 20.August 1901 im sizilianischen Modica geboren, durchlebte er eine gewöhnliche Kinder- und Jugendzeit, die wenig Spektakuläres hervorbrachte. Auch das anfängliche Studium, in dem sich Quasimodo der Baukunst widmete und als Landarbeiter arbeitete, ließ nicht gerade auf eine bedeutende literarische Karriere schließen. Erst der Wechsel auf das Fach Altphilologie sollte sich als die richtige Wahl herausstellen. Quasimodo erarbeitete sich herausragende Fähigkeiten, vor allem im Bereich der griechischen und lateinischen Sprache. 1930 veröffentlichte er dann mit „Acque´e Terre“ (Wasser und Erde) seinen ersten Gedichtband. Im Laufe der Zeit arbeitete er in verschiedenen Berufsbereichen, wirkte viel als Journalist und wurde 1940 zum Professor für Literatur an der Universität zu Mailand. Dank seinen vielen Publikationen erlangte Quasimodo auch hohes Ansehen als Kritiker für Theaterstücke und –Aufführungen. Dass er sehr heimatgebunden war, zeigt auch seine Lyrik, die sich meist mit seiner Heimat Sizilien und den dort gelebten Traditionen beschäftigte. So fällt Quasimodo in einen Rahmen von Autoren, dem auch Literaren wie Giuseppe Ungaretti und Eugenio Montale angehörten.
Außerdem machte er mit zahlreichen Übersetzungen von großen Künstlern des alten Roms wie Catull, Ovid und Vergil, sowie neueren Dichtern wie Shakespeare und Pablo Neruda auf sich aufmerksam. Quasimodo verfügte hier über eine Art Gabe, die sämtliche seiner Übersetzungen als brillante und nie erreichte Werke erschienen ließen. So wurde er in den letzten 15 Jahren seines Lebens nicht nur der eigenen Werke wegen mit einer großen Anzahl an Preisen überhäuft. So erhielt er beispielsweise den Ätna-Taormina-Preis für Lyrik 1953 und 1958 den Viareggio Preis. 1959 erhielt er dann den Nobelpreis für Literatur und reihte sich in eine Ära von großen italienischen Autoren ein. 1967 verlieh ihm die Oxford Universität auch noch die Ehrendoktorwürde. Ein Jahr später verstarb er am 14.Juli 1968 in Neapel.
1958: Boris L. Pasternak (1890 – 1960)
Boris Leonidowitsch Pasternak hat vor allem durch seinen Roman „Doktor Schiwago“ auf sich aufmerksam gemacht und erhielt viele Jahre nach seinem Tod viel Beifall für das Geschaffene, was vor allem an dem schwierigen Umgang mit den sowjetischen Strukturen zu seinen Lebzeiten zusammenhing.
Als Sohn jüdischer Künstler, der populären Pianistin Rosa Kaufmann und des Malers Leonid Pasternak wurde er am 10.Februar 1890 in Moskau geboren. Einer sehr durch Kultur geprägten Kindheit, in der eine Reihe von mit den Eltern befreundeten Künstlern aller Bereiche im Hause ein- und ausging und Boris sich vor allem der Musik widmete, folgte der Beginn eines Jurastudiums, welches schon kurz danach in ein Studium der Philosophie eingetauscht wurde. Verweilte er schon zu Schulzeit auf einem deutsch-russischen Gymnasium, zog es ihn auch während des Studiums für ein Auslandssemester nach Marburg. Kurze Zeit darauf, 1914, als er das Studium bereits beendet hatte, veröffentliche Pasternak seinen ersten Gedichtband, rückte ins Blickfeld der literarischen Welt und zählte in den 20er-Jahren neben Blok und Majakowski zu den bedeutendsten russischen Literaren. Da die Werke in den 30er-Jahren nicht so ganz in das Sujet des sozialistischen Realismus hineinpassten, arbeitete er in dieser Zeit meist an der Übersetzung der Werke Goethes, Rilkes und des Briten Shakespeare.
Konnte er am Ersten Weltkrieg aufgrund einer schweren Beinverletzung nicht teilnehmen, meldete er sich bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs freiwillig, wurde aber erst 1943 an die Front geschickt. Auch die Erlebnisse dieser Zeit werden in zahlreichen Gedichtbänden der Welt offenbart. Die Zeit nach dem Krieg verbrachte Pasternak hauptsächlich mit der Ausarbeitung seines einzigen Romans, der des Inhalts wegen in der Sowjetunion selbst nicht veröffentlicht werden durfte. 1957 erstmals in Italien publiziert, wurde „Doktor Schiwago“ zu einem weltweiten Erfolg, dessen Kinoverfilmung 9 Jahre später 5 Oscars einheimste. Da er sein Heimatland nie verlassen wollte, lehnte Pasternak den Literaturnobelpreis 1958 auf Druck der Regierung ab, was diese nicht davon abhielt, ihn aus dem Schriftstellerverband der UdSSR auszuschließen und als Landesverräter darzustellen. Lange Jahre nach seinem durch Lungenkrebs verursachten Todes am 30.Mai 1960 in der Nähe von Moskau, wurde sein Roman doch noch im Heimatland publiziert und Pasternak durch Gorbatschow für offiziell rehabilitiert erklärt. Sein Sohn nahm 1989 in Stockholm den Literaturnobelpreis stellvertretend entgegen.
1957: Albert Camus (1913 – 1960)

Albert Camus hat es in seinen 46 Jahren Lebenszeit geschafft aufgrund seines scharfen Blicks für Gewissensprobleme jeder Art zu einem der größten Autoren des 20.Jahrhunderts zu werden.
Als Sohn sehr ungebildeter Eltern wurde Albert am 7.November 1913 in einem Weinanbaugebiet in Mondovi/Algerien geboren und muss durch den Ersten Weltkrieg ab dem Alter von einem Jahr ohne seinen Vater weiterleben. So zog er mit der Mutter zur strengen Großmutter an den Rand der heutigen Landeshauptstadt Algier. Nach äußerst gutverlaufener Grundschullaufbahn empfahl ihn sein dortiger Lehrer für ein Gymnasium, was die Mutter, auch aufgrund ihres eigenen niedrigen Bildungsniveaus als Analphabetin, anfänglich zu verhindern versuchte. Dennoch gelang es Camus diesen Weg einzuschlagen und er sah sich nun dem Wechsel zwischen ärmlichen Familienverhältnissen und bürgerlichem Schulleben ausgesetzt. Als Reaktion darauf löste er sich zunehmend von seiner Mutter und versuchte den Stand im sozialen Gefüge durch sportliche Aktivitäten zu verbessern. Kurz vor Ende seiner Schulzeit erkrankte Albert Camus an Lungentuberkulose, eine Krankheit, deren Behandlung fortan sein Leben einschränken sollte. So musste er 1936 trotz hervorragenden Leistungen sein Studium für Philosophie aufgrund dieser Erkrankung vorzeitig abbrechen. Herbe Enttäuschungen prägten die folgenden Jahre und Camus versuchte mithilfe des Schreibens seinen Kummer zu verarbeiten. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs begann Camus, der sich nun wohnansässig in Frankreich befand, dann noch aktiver zu verfassen, was nicht zuletzt mit einem engagierten politischen Auftreten verbunden war.
Camus empfahl sich als klarer Gegner der nationalsozialistischen Handlungen und brachte dies in seinen Publikationen zum Ausdruck. Zwar schrieb er schon vorher einzelne Werke, doch kam es aufgrund eigener Bedenken kaum zu Veröffentlichungen. Das sollte sich nun ändern, so folgte nach den Publikationen in Zeitungen, wie dem „Combat“, einem Untergrundmagazin in Frankreich, nach Ende des Krieges eine Reihe von erfolgreichen Werken, die stark philosophisch geprägt waren. Ähnlich wie Sartre begrenzte er sein Schaffen aber nicht nur auf reines literarisches Schreiben, sondern versuchte durch journalistische Tätigkeiten aktiv dem politischen Neuaufbau stützend zur Seite zu stehen. So setzte sich einer der größten Widerstandskämpfer des Zweiten Weltkriegs äußerst produktiv für die Wiederherstellung der deutsch-französischen Beziehungen ein. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in schwerer Krankheit und war deshalb sehr eingeschränkt, was das Schreiben angeht. Trotzdem erhielt Camus für sein politisches Engagement und die Fähigkeit Gewissenszwänge literarisch zu verarbeiten 1957 den Literaturnobelpreis. Nur drei Jahre später, am 4. Januar 1960, starb er als Beifahrer bei einem Autounfall in der Nähe von La Chapelle Champigny.
1956: Juan Ramón Jiménez (1881-1958)
Der gebürtige Spanier Juan Ramón Jiménez erlangte vor allem durch seine lyrische Darstellung der Geschehnisse in Andalusien vor dem Ersten Weltkrieg internationalen Ruhm und schließlich den Nobelpreis für Literatur.
Am Heiligabend des Jahres 1881 wurde er als Sohn eines durchaus vermögenden Weinkaufmanns in der andalusischen Stadt Moguer geboren. Der Schulausbildung am Jesuitenkolleg zu Cadiz folgte zunächst ein Jurastudium in der Metropole Sevilla. Doch schon hier zeigte sich seine eigentliche Berufung und so war es ein Leichtes für ihn, der Einladung des Schriftstellers Francisco Villaespesas, der auf Jiménez` kleine Gedichte in Zeitungen aufmerksam wurde, ihn doch in Madrid zu besuchen. Großer Mentor in der folgenden Zeit sollte der Nicaraguaer Ruben Dario sein, mit dessen Hilfe der relativ zurückhaltende Jiménez seinen ersten Gedichtband veröffentlichte. Doch sein Glück wehrte nicht lange, so folgten als Reaktion auf den überraschenden Tod des Vaters nicht nur arge finanzielle Nöte, sondern auch Depressionen, die den Autor fast in den Suizid drängten.
Der Wechsel zurück ins andalusische Moguer und starke psychologische Behandlung im Sanatorium waren schließlich notwendig, um ihn zurück ins Leben zu holen. 1913 lernte er Zenobia Camprubí Aymar kennen, die ihm später als Ehefrau an seine Seite stand und ihn auf den folgenden Reisen begleiten sollte. Jiménez ging als Botschafter nach Washington, kam nach New York, Florida, Kuba und Südamerika. Besonders in Kuba feierte der Vertreter des Modernismus großen Erfolg und sollte schon bald als Vorbild für jüngere Autoren gelten. Unter den Werken, die trotz des langen Aufenthalts in den USA allesamt in spanischer Sprache verfasst wurden, gilt „Platero y yo“ (Platero und ich), in welchem er in Miniaturprosatexten die Gespräche zwischen Mensch und Esel als Darstellung der vor dem Krieg herrschenden Verhältnisse darlegt, als entscheidendstes Werk. Ab 1951 lebte Jiménez zusammen mit seiner Frau in Puerto Rico, das er auch nach ihrem Tod als Folge eines Krebsleidens aus dem Jahre 1956 nicht mehr verließ. Ein Jahr mit Licht und Schatten, so erhielt er ebenfalls 1956 den Nobelprei für Literatur. Zurückgezogen verlebte er noch zwei einsame Jahre, bis er am 19.Mai 1958 selbst den Tod erleiden musste.
