1978: Isaac Bashevis Singer (1904 – 1991)
Der geborene Pole Isaac Bashevis Singer war einer der berühmtesten Autoren seines Landes, machte sich aber vor allem auf dem amerikanischen Boden einen großen Namen und erhielt als ersten und bisher einziger Schriftsteller der jiddischen Sprache den Literaturnobelpreis.
Über das wirkliche Geburtsdatum des Sohnes eines Rabbiners gibt es verschiedene Theorien, schenkt man der meistaufgefassten von ihnen Glauben, dann ist Singer am 14.Juli 1904 in der Nähe von Warschau geboren. In relativ ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, mussten sich seine Eltern aufgrund der Geschehnisse des Ersten Weltkriegs trennen, Singer zog mit seiner Mutter und seinem Bruder in eine Kleinstadt bei Lublin, wo er in den Kontakt mit dem traditionellen Leben polnischer Juden kam. Nach einer anfänglich vorgesehenen Laufbahn, die sein Vater bereits eingeschlagen hatte, entschied sich Isaac Bashevis Singer für die Schriftstellerei, brach seine Ausbildung ab und bekam auf Empfehlung des Bruders, der sich bereits als angesehener Autor einen Namen machte eine Anstellung bei einer jiddischen Zeitung in Warschau. Sein Bruder sollte schließlich auch der entscheidende Faktor für sein Umsiedeln in Richtung USA sein. Singer bekam von ihm eine Einreisemöglichkeit, verließ daheim seine erste Frau und stellte sich in der Folge den Geschehnissen einer größeren Welt. Nach anfänglichen Problemen in den Vereinigten Staaten, die er im Werk „Verloren in Amerika“ darstellt entwickelte sich Singer zu einem angesehenen Autor und Journalisten der Zeitschrift Forverts, für die er seine meisten Texte publizierte. Singer lernte 1938 seine zweite Ehefrau Alma Wassermann kennen, heiratete sie und erhielt 1943 endgültig die amerikanische Staatsbürgerschaft. Sein großer Durchbruch gelang ihm schließlich, als andere Autoren wie der Literaturnobelpreisträger von 1976, Saul Bellow, begannen, seine Werke aus dem Jiddischen zu übersetzen, so wirkte die Übersetzung von „Gimpel der Narr“ als Sternstunde für seine Schriftstellerkarriere. Singer wurde nun bekannter und trat wesentlich mehr in den Fokus der Öffentlichkeit.
Eng damit verbunden sind nun auch einige hochrangige Auszeichnungen, die er in den Folgejahren erhalten sollte. So bekam er unter anderem 1974 den National Book Award und vier Jahre später auch den Nobelpreis für Literatur zugeschrieben. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er damit, bei einigen Verfilmungen seiner Werke und Ideen mit zu strukturieren und mit der Ausarbeitung weiterer Romane und Kurzgeschichten. Am 24.Juli des Jahres 1991 verstarb Isaac Bashevis Singer in seiner Wahlheimat Miami, Florida.
1934 Luigi Pirandello (1867–1936)
Der italienische Schriftsteller Luigi Pirandello wurde am 28. Juni 1867 in Sizilien geboren. In der Dramatik des 20. Jahrhunderts spielt er eine tragende Rolle. Mit seinen Werken hat er das besagte Jahrhundert geprägt, und erhielt als Anerkennung dafür im Jahre 1934 den Literaturnobelpreis.

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Aufgewachsen ist Pirandello auf dem Land. Schon in der Kindheit interessierte er sich für Literatur und startete erste Versuche in Richtung Schriftsteller. Diese Versuche stellten sich als Erfolg heraus, und Pirandello veröffentlichte seine ersten Werke bereits in jungen Jahren. Nachdem er die Schule erfolgreich abgeschlossen hatte, studierte Pirandello Romanische Philologie. Dieses Studium vollzog er in Rom, und zum Schluss in Bonn. Dort promovierte er schlussendlich und kehrte anschließend nach Rom zurück, um sich ganz der Literatur zu widmen. Er wurde freier Schriftsteller. Im Jahre 1894 heiratete er und zeugte drei Kinder. Um der Familie ein sicheres Einkommen bieten zu können, arbeitete Pirandello als Journalist. 1897 vertrat er einen Hochschuldozenten für Italienische Literaturgeschichte. Nachdem er den Dozenten erfolgreich vertreten konnte, wurde Pirandello fest angestellt und arbeitet bis zum Jahre 1922 als Professor an der Pädagogischen Akademie in Rom.
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Vor 1910 verfasste Pirandello Romane. Ein Erfolg war beispielsweise der Roman Mattia Pascal, den er im Jahre 1904 veröffentlichte. Schon im Jahr 1905 wurde er ins Deutsche übersetzt und ist schließlich als „Der gewesene Matthias Pascal“ herausgekommen. Nach 1910 widmete Pirandello sich dem Drama. Mit seinen Dramen hatte er weltweiten Erfolg und hat damit das 20. Jahrhundert literarisch geprägt. Im Jahr 1924 gründete Pirandello sein eigenes Theater. Da dieses Projekt nicht die gewünschten finanziellen Einnahmen erbrachte, entschloss sich Pirandello, dass er das Theater auf einer Tournee-Ebene weiterführen möchte. Auf diese Art und Weise brachte er seine Dramatik durch viele Länder Europas und nach Südamerika.
Im Jahre 1928 löste sich auch dieses Projekt auf. 6 Jahre später erhielt Pirandello „für seine kühne und sinnreiche Neuschöpfung von Drama und Bühnenkunst“ den Literaturnobelpreis.
Pirandello wurde hauptsächlich durch seine Dramen bekannt, allerdings nahmen auch seine Novellen, Romane und Kurzgeschichten erheblichen Einfluss auf die italienische Literatur. Pirandello verfasste mehr als 350 Kurzgeschichten, die sich mit dem alltäglichen Leben in Italien oder Sizilien befassten. Am 10.Dezember 1936 starb Pirandello in Rom.
1917: Henrik Pontoppidan
Henrik Pontoppidan wurde am 24. Juli 1857 in Frederica geboren. Er war ein hochgradig anerkannter Vertreter des Naturalismus in Dänemark. Viele seiner Werke beschäftigen sich mit der Thematik : „Auseinandersetzung von Kultur- Natur oder Stadt- Land“. Pontoppidan stammt aus einer pietistischen Familie und absolvierte am Kopenhagener Polytechnikum ein Ingenieursstudium, ähnlich wie der Protagonist in seinem Hauptwerk „ Hans im Glück“.
Kurz darauf wurde er Lehrer an einer Volksschule.Die Leidenschaft des Schreibens inspirier
te Pontoppidan so enorm, dass er beschloss seinen Beruf als Lehrer aufzugeben und sich als freier Schriftsteller ganz der Literatur zu widmen. Als freier Schriftsteller bereist er halb Europa. 1917 erhielt der dänische Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur für sein Werk „ Der Teufel am Herd“. Diese großartige Auszeichnung teilte er mit Karl Gjellerup, dieser wurde im gleichen Jahr für „ Seit ich sie zuerst sah“ geehrt. Tragischerweise wurde der talentierte Schriftsteller Henrik Pontoppidan einige Jahre später taub und wurde 1927 fast ausschließlich von seiner Umwelt isoliert.
In Kopenhagen starb er letztlich am 21. August 1943.
