Author: Benjamin Jendro
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2008: Jean-Marie Gustave Le Clézio (1940 – )

frankreich 2008: Jean Marie Gustave Le Clézio (1940    )Der letztjährige Sieger des Literaturnobelpreises heißt Jean-Marie Gustave Le Clézio, der es dank seiner besonderen Fähigkeit die existenzielle Wirklichkeit in seinen Werken integrativ einzubinden, dazu geschafft hat, einer der heute bekanntesten Autoren unserer Gesellschaft zu werden.

Der Franzose wurde am 13.April 1940 in Nizza als Sohn des Ehepaars Simone und Raoul Le Clézio geboren. Er besitzt eine äußerst interessante Familiengeschichte. Nicht nur, dass er Vorfahren in der Bretagne und auf Mauritius hat und diese es dort zu großem wirtschaftlichen Erfolg gebracht haben, nein seine Eltern haben auch dieselben Großeltern, da sie Cousin und Cousine sind. Le Clézio zog im Alter von 8 Jahren nach Nigeria, wo seine Vater als Kriegsarzt nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin bleiben wollte. Auf der langen Bootsreise dorthin machte Le Clézio erste schriftstellerische Versuche und schrieb zwei kleinere Bücher, welche die Erlebnisse aus der Zeit an Bord festhielten. Zwei Jahre später kehrte die Familie dann wieder ins heimische Frankreich zurück, wo Le Clézio 1957 sein Abitur absolvieren konnte. In der Folge studierte er an den Universitäten in London und Bristol Englisch, was aufgrund der zweisprachigen Erziehung kein großes Problem darstellen sollte. Sein Examen absolvierte er aber genauso wie die spätere Doktorwürde an Universitäten in Frankreich. Bereits sein Erstlingswerk „Das Protokoll“, welches 1963 veröffentlicht wurde, sorgte für den schriftstellerischen Durchbruch von Le Clézio. Mit der besonderen Schilderung von Ungewissem, das die Menschheit in Gefahr bringen könnte, glänzte er später auch in „Das Fieber“ und „Die Sintflut“. Neben den genannten schrieb Le Clézio in den ersten Erfolgsjahren noch eine Vielzahl an weiteren äußerst gefragten Romanen, wobei „Wüste“ aus dem Jahr 1980 für den endgültigen Durchbruch, auch auf internationalem Terrain, sorgte.

clezio 2008: Jean Marie Gustave Le Clézio (1940    )Le Clézio schrieb neben seinen vielen veröffentlichten Romanen auch eine Reihe von Essays, die sich in ihrer Bedeutung vor allem auf das Schicksal innerhalb Lateinamerikas beziehen. Die Erfahrungen hierfür sammelte er vorrangig auf einer längeren Reise durch Mexiko und den lateinamerikanischen Raum, die von 1970-1974 andauerte. Besonders sein großes Interesse für die indianischen Einflüsse in der mexikanischen Geschichte und Kultur bilden die zentrale Thematik im Werk des Autors, der mittlerweile zwischen seinen Wohnsitzen in den USA, Mexico, Mauritius und Frankreich pendelt. Nachdem er in den 80ern bereits mit dem Literaturpreis der Französischen Akademie geehrt wurde, erhielt Jean-Marie Gustave Le Clézio im letzten Jahr auch den Nobelpreis für Literatur.


Author: Benjamin Jendro
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1991: Nadine Gordimer (1923 – )

suedafrika 1991: Nadine Gordimer (1923    )Nadine Gordimer, die noch heute in Südafrika lebt, ist eine der politisch aktivsten Schriftstellerinnen aller Zeiten, da sie nach wie vor die durch die Apartheid entstandene Ungerechtigkeit für die Menschheit in brillanter, zumeist ironischer Art und Weise aufzudecken versucht.

Als Tochter eines litauischen Juden und einer Engländerin wurde Gordimer am 20.November 1923 in Springs innerhalb der südafrikanischen Provinz Gauteng geboren. Da der Vater als Juwelier tätig war, wuchs sie in relativ vermögenden Verhältnissen auf und wurde zunächst aufgrund einer Herzschwäche von der Mutter zu Hause unterrichtet, was ihr viel Zeitraum für das Lesen literarischer Werke ermöglichte. Trotz der jüdischen Wurzeln schickten die Eltern Nadine Gordimer später auf eine Konventschule. Von dem frühen und umschweifenden Kontakt mit Literatur geprägt, begann sie bereits im Alter von 9 mit dem Schreiben und konnte mit 14 Jahren die erste Kurzgeschichte veröffentlichen. Nach einem zwischenzeitlichen Studium, welches Gordimer nach nur einem Jahr wieder abbrach, zog es sie nach Johannesburg, wo sie 1949 ihre erste Kurzgeschichtensammlung unter dem Namen „Face to Face“ herausbrachte. Nur vier Jahre später folgte mit „The Lying Days“ der erste Roman. Schon ihre ersten großen Werke beschäftigten sich mit der Problematik der Apartheid, deren Folgen und Auswirkungen Gordimer in allen Werken, die sie bisher verfasste, thematisiert. Doch anders als andere Autoren beschränkte sie ihren Widerstand nicht auf das bloße Schreiben, wenngleich diese besondere Fähigkeit ihr aussagekräftigstes und zugleich erfolgreichstes Mittel war. Mitte der 50er zählte sie zu einer Gruppe, die sich in der Hoffnung das System zu untergraben vehement gegen die Gesetze der Apartheid stellte. Was folgte, waren die Verhaftung von zahlreichen Widerständler und einem 1960 festgelegten Verbot für derartige Positionierung. Gordimer selbst wurde mit einigen Publikationsverboten versehen. Wesentlichen Einfluss auf ihren Erfolg hatten diese aber nicht, da Gordimer sich auf zahlreiche Auslandsreisen quer durch die Welt begab, als Gastdozentin an verschiedenen Universitäten lehrte und so ihre Werke und ihr Gedankengut weiter verbreiten konnte.

gordimer 1991: Nadine Gordimer (1923    )Innerhalb der 60er-Jahre wurde auch die schwarze Widerstandsbewegung immer radikaler, worauf hin sich Gordimer wegen ihrer Abneigung gegenüber der Apartheid und ihrer Hautfarbe gegenüber den Schwarzen in einer isolierten Position befand. Ende der 80er-Jahre relativierte sich die Position, da nun Schwarze neben Weißen rebellierten. Gordimer konnte wieder aktiver gegen die Apartheid sprechen. Hierbei stellte sie aber stets klar, dass es ihr weniger darum gehe, irgendwem politische Ideale aufzuzwingen, als vielmehr die wirklichen Verhältnisse und deren Auswirkungen aufzuzeigen. Für ihre Essays, Romane und Erzählungen, welche allesamt die Apartheid in einem ständigen Weiterentwicklungsvorgang darstellen und die Geschehnisse daher nicht in schwarz-weißem, sondern eher einem grauen Bild aufzeigen, wird Natalie Gordimer nach wie vor international bewundert und mit Ehrungen wie dem Literaturnobelpreis, den sie 1991 erhielt, ausgezeichnet.


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1985: Claude Simon (1913 – 2005)

frankreich 1985: Claude Simon (1913 – 2005)Claude Simon war ein französischer Schriftsteller, dessen Stil in die Gattung Nouveau Roman einzugliedern ist und der noch heute als einer der am meist umstrittensten Literaturnobelpreisträger für Gesprächsstoff sorgt.

Auf der damals französischen Kolonie Madagaskar wurde Simon als Sohn eines stationierten Marineoffiziers am 10.Oktober 1913 geboren. Ein Jahr später zog die Familie wieder nach Frankreich, wo kurz darauf der Vater den Ereignissen des Ersten Weltkrieges zum Opfer fiel. Die ersten zehn Jahre seiner Kindheit wuchs er in Perpignan , der Geburtsstätte seiner Mutter auf, bevor 1924 auch diese verstarb. Unter den Fittichen eines Vettern der Mutter, der fortan den Vormund besaß, kam er schließlich nach Paris und besuchte dort ein Internat. Ein wenig planlos wusste Simon nach Schulabschluss nicht so wirklich, wo ihn sein künftiger Weg hinführen sollte. Einige Besuche bei Malereikursen folgte dann der zu absolvierende Militärdienst bei der Kavallerie. Simon erhielt nach Entlassung aus dieser 1935 ein Mitgliedsausweis Kommunistischen Partei Frankreichs, mit dem er nach Spanien ins Hauptquartier der Republikaner reiste und versuchte dort eine Aufgabe für sich zu finden. Zwei Wochen später, ohne eine sinnvolle Anstellung gefunden zu haben, kehrte er wieder zurück in die Heimat. 1937 begab sich Simon auf ein längere Europareise, die ihn über mehrere Staaten wie Deutschland, Türkei oder Polen führte. Auf seiner Reise unternahm er erste literarische Versuche, die aber allesamt als unwichtig anzusehen sind. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er erneut eingezogen und gelangte in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er später während der dort zu tätigenden Arbeit fliehen konnte. Nach dem zwischenzeitlich sicheren Wohnsitz in Perpignan flüchtete er zu Kriegsende in die französische Hauptstadt, um nicht erneut gefangen genommen zu werden.

simon 1985: Claude Simon (1913 – 2005)Die Erfahrungen aus dem Krieg verarbeitete er später in seinen Werken. 1945 brachte Claude Simon mit „Der Betrüger“ seinen ersten Roman heraus, der aber wie die drei nachfolgenden vollkommen unbeachtet blieb. Erst mit dem Wechsel zum Verlag Editions de Minuit, für den ihn ein Freund anheuerte, nahm die Bewunderung für Simons Schreiben auch in der Öffentlichkeit stetig zu. So entstanden weitere Romane, die nicht nur deutlich höhere Verkaufszahlen erreichten, sondern Simon auch einige wichtige Literaturpreise bescherten. Trotzdem galt seine Bekanntgabe als Nobelpreisträger 1985 in der Fachwelt als äußerst umstritten. 20 Jahre später, nachdem Simon noch drei weitere Romane veröffentlichte und sich langsam aus der Öffentlichkeit zurückzog, starb er am 6.Juli in Paris.


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1981: Elias Canetti (1905 – 1994)

grossbritannien 1981: Elias Canetti (1905 – 1994)Der gebürtige Bulgare Elias Canetti galt als einer der wenigen großen Schriftsteller, die es schafften ihre philosophischen Denkansätze in literarische Elemente einzubetten, eine Fähigkeit, für die er später für seine Wahlheimat Großbritannien sogar den Nobelpreis für Literatur erhielt.

Canetti wurde am 25.Juli 1905 in Rustschuk, einem Ort im damaligen Osmanischen Reich, geboren. Als Sohn eines Kaufmannes erlebt er eine Kindheit mit ständigem Ortswechsel. Selbst nach dem vollkommen unerwarteten Tod des Vaters 1911, wandelte sich Canettis Wohnsitz fast mit Jahreswechsel. Die Familie, die sich zu diesem Zeitpunkt in Manchester, England, befand, zog wenig später ins österreichische Wien, kurz darauf wiederum nach Frankfurt, wo Canetti sein Abitur absolvierte. Er zog zurück nach Wien, wo er sich für ein Studium der Chemie einschrieb, diesem aber nur wenig Interesse zollte. So blieb seine eigentliche Leidenschaft, das Schreiben eigener und Studieren anderer Werke, sein größter Zeitvertreib. Neben den Einflüssen seiner Mutter, die ihm während seines Jugendalters besonders mit literarischen Werken zu unterhalten versuchte, stützte vor allem die Beziehung zu seiner ersten Ehefrau dieses Interesse. Elias Canetti plante eine große Schriftstellerkarriere und war sich sicher, dass seine zahlreichen philosophischen Ideen von der Masse, deren Einfluss auf den Einzelnen hauptsächlich seine Arbeit bestimmte, begeisternd aufgenommen werden. Während seines Studiums, welches er letztendlich mit einem Doktor der Naturwissenschaften abschloss, beschränkte sich die Arbeit jedoch auf kleine Schreibübungen und einzelne Ansätze. 1937 veröffentlichte Canetti schließlich sein erstes großes Werk, den Roman „Die Blendung“. Nachdem er bereits in der Kindheit mit der französischen und englischen Sprache in Kontakt gekommen war, galt seine Vorliebe eher dem Deutschen, in dem in der Folge auch seine meisten Werke verfasst wurden.

canetti 1981: Elias Canetti (1905 – 1994)Dem Einmarsch der Nationalsozialisten als Folge, zog Canetti 1938 nach London, wo er fernab des eigentlichen Planes auch über das Kriegsende hinaus verweilen sollte. Trotz seiner jüdischen Religiosität hing er weiter an der deutschen Sprache und schrieb auch die nachfolgenden Werke wie „Die Stimmen von Marrakesch“ oder sein Lebenswerk „Masse und Macht“, welche zunächst in England publiziert wurden, auf Deutsch. Canetti zeigte besonders in den 40er-, 50er und später in den 80er-Jahren, wie vielseitig er sowohl Romane, Dramen oder auch seine eigene Autobiografie schreiben konnte und erhielt dafür eine Reihe von hohen Auszeichnungen, wie den Georg-Büchner-Preis oder 1981 den Literaturnobelpreis. Nach zahlreichen Schicksalsschlägen, die Canetti häufig über das Thema Tod nachdenken ließen, verstarb einer der facettenreichsten Autoren der Geschichte am 14.August 1994 in Zürich, wo er sich ab 1972 niederließ.


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1975: Eugenio Montale (1896 – 1981)

italien 1975: Eugenio Montale (1896 – 1981) Der Italiener Eugenio Montale machte sich vor allem dank seiner unnachahmlichen Dichtkunst, die durch absolutes Feingefühl geprägt ist, einen Namen und gilt heute als einer der erfolgreichsten Schriftsteller und Musikkritiker seines Landes.

In einer sehr wohlhabenden Familie inmitten von Genua wurde Montale am 12.Oktober 1896 als letztes von insgesamt sechs Kindern geboren. Nach einer recht ereignislosen Kindheit, in der man noch wenig auf das spätere Genie schließen konnte, wagte er kurz nach dem Ersten Weltkrieg, dem er selber im letzten Jahr an der Front ausgeliefert war, erste schriftstellerischen Versuche. 1919 konnte Montale bereits einzelne, kleinere Gedichte veröffentlichen, die Anerkennung für diese blieb jedoch noch relativ geringfügig. Nebenbei studierte er an der Universität zu Genua seine zweite Leidenschaft, den Gesang. Drei Jahre nach seinem ersten Gedicht gründete er mit einigen Gleichgesinnten die Zeitschrift Primo tempo, die jungen Künstlern und natürlich auch ihm selbst die Möglichkeit gab, eigens verfasste Texte zu publizieren und die eigenen Ansichten der Öffentlichkeit näher zu bringen. Weitere drei Jahre vergingen, bis ihm mit dem Gedichtband „Ossi di seppia“ der Durchbruch gelingen sollte. Der Umzug nach Florenz zum Ende der 20er-Jahre ebnete ihm zudem den Weg für ein breiteres Berufsfeld. Zunächst bei einem Verlag tätig, wurde er schon kurze Zeit später Direktor des Kulturinstituts Gabinetto Vieusseu, das er bis zum Jahre 1938 erfolgreich führte. Aufgrund seiner antifaschistischen Haltung wurde er relativ kurzfristig entlassen und arbeitete fortan als freier Journalist für die unterschiedlichsten Zeitschriften, schrieb über die Geschehnisse des Weltkriegs und verfasste weiterhin kleinere Gedichte. Mit Ende des Kriegsgeschehens verlegte Montale erneut seinen Wohnort. In Mailand schrieb er unter anderem für den Corriere della sera und übersetzte Werke von Shakespeare und Steinbeck. Hier wurden auch noch weitere erfolgreiche Gedichtbände, in denen Montale zumeist die Landschaften Liguriens auf wundersame Weise darstellt, verlegt.

montale 1975: Eugenio Montale (1896 – 1981) Von 1955 bis 1967 werkelte er neben der Schriftstellerei auch in seinem anderen Lieblingsfeld, der Musik. Als echter Fachmann arbeitete er als Musikkritiker und publizierte in mehreren Kolumnen eigene Philosophien und Interpretationen. In den 70er-Jahren schien sich dann die jahrelange Arbeit noch mal richtig auszuzahlen. Montale veröffentlichte mit „Satura“ einen weiteren Gedichtband und erhielt Ehrendoktorwürden der Universitäten Cambridge, Mailand und La Sapienza Rom, bevor er 1975 auch den Nobelpreis für Literatur überreicht bekam. 11 Jahre später, am 12.September 1981 verstarb Eugenio Montale in Mailand.


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1974: Eyvind Olov Verner Johnson (1900 – 1976)

schweden 1974: Eyvind Olov Verner Johnson (1900 – 1976)Der Schwede Eyvind Johnson war ein autodidaktischer Schriftsteller, der über vierzig Jahre hinweg eine Vielzahl von Erfolgsromanen schrieb, sich in einigen Zeitungen politisch zu Wort meldete und 1974 den Nobelpreis für Literatur erhielt.

Am 29.Juli 1900 wurde Johnson in Svartbjörnsbyn, welches heute in Nordschweden anzusiedeln ist, geboren. In bürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen, beendete er bereits im Alter von 13 Jahren seine schulische Laufbahn und versuchte in Form von Gelegenheitsarbeiten zum familiären Lebensunterhalt beizutragen. So arbeitete er über einige Jahre hinweg in einer Ziegelei, in einem Steinbruch und einer Sägemühle, bevor er im Jahr 1919 nach Stockholm zog und sich dort fortan dem Schreiben widmete. Mit selbstangeeignetem Wissen über politische Diskrepanzen und journalistische Fertigkeiten, begann er für die Zeitung „Brand“ zu schreiben. Innerhalb der 20er-Jahre begab er sich auf mehrere Reisen nach Berlin und Paris, wo er einige Zeit verbrachte und an der Ausarbeitung einiger kleinerer Werke tüftelte. Nebenbei hielt er sich mit weiteren Gelegenheitsanstellungen, z.B. als Tellerwäscher, über Wasser. 1924 veröffentlichte er sein Erstlingswerk, dessen Inhalt aber zunächst noch auf Kurzgeschichten begrenzt war. In der Folge schrieb er dann auch größere Werke und übersetzte fleißig eine Reihe von Werken Albert Camus´ oder die der Autoren Sartre und Ionesco. Innerhalb des Zweiten Weltkriegs wurde Johnson dann auch politisch aktiver und versuchte mithilfe seiner Werke, wie einer sehr erfolgreichen Roman-Trilogie, und den geschriebenen Zeitungstexten auf das Gedankengut der Bevölkerung Einfluss zu nehmen.

johnson 1974: Eyvind Olov Verner Johnson (1900 – 1976)In Zusammenarbeit mit Willy Brandt gründete er die Zeitung „Et Handslåg“, mit welcher er die norwegische Widerstandsbewegung unterstützte. Mit einer Radioansprache publizierte er zudem sein vorher in den Werken bereits gezeigtes Gedankengut und sprach sich nochmal deutlich gegen den Bolschewismus aus, in dem er Kommunismus und Nationalsozialimus auf eine Stufe stellte und deren Eigenschaften gegeneinander abwog. Ende der 40er-Jahre widmete sich Johnson dann wieder dem Schreiben von Romanen, so entstanden gerade in den nachfolgenden Jahren viele Erfolgswerke wie 1949 „Drömmar om rosor och eld“ (Träume von Rosen und Feuer). Johnson wurde in den folgenden Jahren noch mit einer Reihe von hochkarätigen Auszeichnungen betraut. So wurde er 1962 als erster Autor mit dem Literaturpreis des nordischen Rates ausgezeichnet und erhielt 1974 zusammen mit seinem schwedischen Landsmann Martinson den Nobelpreis für Literatur. Am 25.August 1976 starb der erfolgreiche Autor, Journalist und Herausgeber Eyvind Olov Verner Johnson in Stockholm.


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1972: Heinrich Böll (1917 – 1985)

deutschland 1972: Heinrich Böll (1917 – 1985)Als Schriftsteller mit Blick für das zeitliche Weltgeschehen und einer gewissen schöpferischen Einzigartigkeit schaffte es Heinrich Böll zum prägendsten deutschen, wenn nicht sogar europäischen Autor der Nachkriegsgeschichte.

Im Hause des Schreiners Viktor Böll und dessen Ehefrau wird Böll am 21.Dezember des Jahres 1917 als achtes Kind der beiden in Köln geboren. Dort besuchte er ab dem Alter von 6 Jahren die katholische Volksschule, bevor er schließlich auf das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium wechselte. Nach dem Erhalt des Abiturs 1937 und einer anfänglich geplanten Ausbildung zum Buchhändler, schrieb sich Böll an der Kölner Universität für Germanistik und Klassische Literatur ein. Bis zum Einzug in die deutsche Armee veröffentlichte er bereits kleinere Romane und mehrere Gedichte. Hier lernte er auch während eines Fronturlaubs seine einzige Ehefrau kennen, mit der Böll vier Söhne hatte, einer starb jedoch noch im Geburtsjahr. Nach der Kriegsgefangenschaft, in die Heinrich Böll 1945 geriet, begannen seine wirklich ernsthaft gestalteten Werke. Das Studium für Germanistik nahm er wieder auf und veröffentlichte einige Werke, die sich vorrangig mit der Nachkriegsgeschichte beschäftigten. Trotz hohem Fleiß reichten die Einkünfte nicht zum Leben und so lag es vor allem an der Lehreranstellung seiner Frau, dass die Familie gerade so über die Runden kam. Erst mit Beginn der 50er-jahre wandte sich der bis dahin als Kurzgeschichtenautor bekannte Schriftsteller von diesen ab und widmete mehr Zeit dem Schreiben von längerer Belletristik. Was folgte, waren 20 Jahre schöpferische Erfolgsgeschichte. Böll verfasste eine Vielzahl an häufig gelesenen Werken, die zunehmend in der Bevölkerung zur Pflichtlektüre wurden.

220px Bundesarchiv B 145 Bild F062164 0004%2C Bonn%2C Heinrich B%C3%B6ll 1972: Heinrich Böll (1917 – 1985)Auch das öffentliche Interesse an seiner Person wuchs und auch wenn aus dieser Zeit manch Auftritt, in dem er frühere Erfolgsautoren angriff und einige von seinen Worten später nach eigenen Angaben bereute, konnte sich Böll über zunehmendes Ansehen erfreuen. Eine Stellung, die wegen einem Essay zum Thema Umgang mit den RAF-Terroristen ein Jahr nach dem Erhalt des Literaturnobelpreises 1972 arg ins Wanken geriet. Böll beschäftigte sich intensiv mit den Schicksalen, vor allem dem von Ulrike Meinhof und galt innerpolitisch als Sympathisant des Terrors. Er ließ kein gutes Wort an dem Umgang mit der Gruppierung und ging fortan auch scharf mit der Springer-Presse ins Gericht. Sein wohl bekanntestes Werk, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ dokumentiert diese Verachtung in ausführlicher Weise. Böll setzte sich in den letzten zehn Jahren noch weiter mit politischem Geschehen in der ganzen Welt auseinander und galt bis zum Tod am 16.Juli 1985 als Kämpfer für einen globalen Frieden.


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1970: Alexander Isajewitsch Solschenizyn (1918 – 2008)

russland 1970: Alexander Isajewitsch Solschenizyn (1918 – 2008)Der Russe Alexander Isajewitsch Solschenizyn war ein bedeutender Schriftsteller, der aufgrund seiner Erfahrungen im Krieg und dem Leben im sowjetischen Staatssystem eine Vielzahl an bemerkenswerten Werken verfasste.

Als Sohn eines sehr vermögenden Landarbeiters wurde Alexander Solschenezyn am 11.Dezember 1918 in Kislowodsk, Südrussland, geboren. Er besuchte wie andere Schulen in der Nachbarschaft und führte eine gewöhnliche Kindheit. Im Alter von Anfang 20 begann er mit dem Studium der Fächer Mathematik, Physik, Geschichte und Philosophie. Mit Einbruch des Zweiten Weltkriegs musste er dieses jedoch unterbrechen, absolvieren konnte er es letztendlich nie. Als Artillerieoffizier diente er ab 1941 der sowjetischen Armee, in der er großen Schlachten und Operationen beiwohnte. Alle Erlebnisse sollten später große Beachtung in seinen Werken finden. 1945 wurde er schließlich aus der Armee verbannt und musste aufgrund seiner kritischen Äußerungen gegen Stalin sogar 8 Jahre Kriegsgefangenschaft in Kasachstan absitzen. Tatsächlich wurde er erst 1957 begnadigt. Fortan widmete sich Solschenizyn der schriftstellerischen Tätigkeit. Seine erste Erzählung, in der er ausführlich die Verhältnisse der Kriegsgefangenschaft darstellte, veröffentlichte er im Jahr 1962. In den nachfolgenden Jahren stellte sich Solschenizyn immer mehr gegen das System, wurde wegen öffentlicher Kritik sogar aus dem Schriftstellerverband der UdSSR verbannt. 1970 erhielt er den Nobelpreis für Literatur, dessen Übergabe er aber aus Angst, ausgewiesen zu werden, nicht beiwohnte. Solschenizyn übte zwar öffentlich Kritik, hing aber dennoch am sowjetischen Staat. Dass er den weiteren Weg aber trotzdem nicht aufhalten konnte, musste er 1974 endgültig einsehen. Solschenizyn veröffentlichte heimlich einige Werke, wie sein später erfolgreichstes, „Der Archipel Gulag“, in dem er intensiv auf das sowjetische Lagersystem einging.

solzhenitsyn 1970: Alexander Isajewitsch Solschenizyn (1918 – 2008)Nach der folgenden Verbannung, kam er zunächst in Deutschland bei seinem Freund Heinrich Böll unter, bevor ihn sein Weg in den US-amerikanischen Bundesstaat Vermont führte. Hier schrieb Solschenizyn weiter und ließ auch an seiner neuen Wahlheimat kein gutes Wort an dem politischen System. Zwar genoss er hier äußerst gute Bedingungen und konnte in Ruhe arbeiten, das hielt ihn aber nicht von der Kritik am Westlichen ab, was zunehmend für Zweifel an seiner Person sorgte. Der Wunsch, zurückzukehren, blieb immer bestehen und so konnte Solschenizyn nach Begnadigung 1990 endlich zurück ins heimische Russland. Die letzten Jahre verstrickte er sich immer mehr in Widersprüche und so schwand auch die Bewunderung für seine Person. Am 3.August 2008 starb der einstige Erfolgsautor in Moskau an einem Hirnschlag und hinterließ seine Frau und drei Kinder.


Author: Benjamin Jendro
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1965: Michail Alexandrowitsch Scholochow (1905 – 1984)

russland 1965: Michail Alexandrowitsch Scholochow (1905   1984)Michail Scholochow war ein sowjetischer Literat, der sich dank eines einzigen, aber durchaus prägendem Werk mit dem Erhalt des Literaturnobelpreises in die große Riege sowjetischer Schriftsteller einreihen konnte.

In Krushilin bei Staniza Wjoschenskaja, dem heutigen Oblast Rostow kam Scholochow am 24.Mai 1905 als Sohn von sich in der unteren Mittelklasse befindenden Eltern zur Welt. Seine Kindheit war geprägt von vielen Umzügen und Schulwechseln. So besuchte Scholochow auch aufgrund der verschiedenen Anstellungen seiner Eltern, die als Bauern, Müller und Viehhändler den Lebensunterhalt verdienten, Schulen in seinem Heimatdorf, Moskau und Bogutschar. Im Alter von 13 Jahren verließ der spätere Erfolgsautor die Schule und schloss sich den Revolutionären des in Russland aufkommenden Bürgerkriegs an. Die folgenden Jahre waren geprägt von der Suche nach Verbrechern und Verrätern. 1922 zog es ihn in die russische Hauptstadt, in der er neben dem Besuch der örtlichen Gymnasien auch erste journalistische und schriftstellerische Versuche unternahm. Ab seinem 19.Lebensjahr widmete sich Scholochow dann voller Hingabe seiner bedeutendsten Arbeit. Zwar hatte er bereits eine Kurzgeschichte und einzelne satirische Texte veröffentlicht, doch so ganz sollte ihm der Sprung in die Welt des Verfassens nicht gelingen. „Der stille Don“ sollte das ändern. Bereits 1926 erschien das erste Exemplar, es sollten jedoch ganze 14 Jahre vergehen, bis sein Werk in der kompletten Fassung in die Hände der Öffentlichkeit gelangte.

180px Sholokhov 1938 1965: Michail Alexandrowitsch Scholochow (1905   1984)Auch politisch fungierte Scholochow zunehmend auf höherer Ebene. Der kleine Junge von einst, der sich den Revolutionären anschloss, stieg 1932 bei der KPdSU ein und sollte bereits vier Jahre später im Obersten Sowjet sitzen. Nur ein Jahr später wurde er schließlich zum Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. Trotz der hohen Kritik am Wahrheitsgehalt seines Lebenswerkes, die ihn oftmals des Plagiarismus bezichtigt, folgten Jahre des Erfolgs und der hohen Auszeichnungen. Unter anderem erhielt Scholochow für sein Meisterwerk den Stalin- und Leninpreis, die Ehrendoktorwürde für Philologie der Universität zu Leipzig und 1965 den Nobelpreis für Literatur. Im Alter von 78 Jahren verstarb Michail Alexandrowitsch Scholochow am 21.Februar des Jahres 1984 in Wjoschenskaja.


Author: Benjamin Jendro
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1957: Albert Camus (1913 – 1960)

Frankreich

Albert Camus hat es in seinen 46 Jahren Lebenszeit geschafft aufgrund seines scharfen Blicks für Gewissensprobleme jeder Art zu einem der größten Autoren des 20.Jahrhunderts zu werden.


Albert CamusAls Sohn sehr ungebildeter Eltern wurde Albert am 7.November 1913 in einem Weinanbaugebiet in Mondovi/Algerien geboren und muss durch den Ersten Weltkrieg ab dem Alter von einem Jahr ohne seinen Vater weiterleben. So zog er mit der Mutter zur strengen Großmutter an den Rand der heutigen Landeshauptstadt Algier. Nach äußerst gutverlaufener Grundschullaufbahn empfahl ihn sein dortiger Lehrer für ein Gymnasium, was die Mutter, auch aufgrund ihres eigenen niedrigen Bildungsniveaus als Analphabetin, anfänglich zu verhindern versuchte. Dennoch gelang es Camus diesen Weg einzuschlagen und er sah sich nun dem Wechsel zwischen ärmlichen Familienverhältnissen und bürgerlichem Schulleben ausgesetzt. Als Reaktion darauf löste er sich zunehmend von seiner Mutter und versuchte den Stand im sozialen Gefüge durch sportliche Aktivitäten zu verbessern. Kurz vor Ende seiner Schulzeit erkrankte Albert Camus an Lungentuberkulose, eine Krankheit, deren Behandlung fortan sein Leben einschränken sollte. So musste er 1936 trotz hervorragenden Leistungen sein Studium für Philosophie aufgrund dieser Erkrankung vorzeitig abbrechen. Herbe Enttäuschungen prägten die folgenden Jahre und Camus versuchte mithilfe des Schreibens seinen Kummer zu verarbeiten. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs begann Camus, der sich nun wohnansässig in Frankreich befand, dann noch aktiver zu verfassen, was nicht zuletzt mit einem engagierten politischen Auftreten verbunden war.


Camus empfahl sich als klarer Gegner der nationalsozialistischen Handlungen und brachte dies in seinen Publikationen zum Ausdruck. Zwar schrieb er schon vorher einzelne Werke, doch kam es aufgrund eigener Bedenken kaum zu Veröffentlichungen. Das sollte sich nun ändern, so folgte nach den Publikationen in Zeitungen, wie dem „Combat“, einem Untergrundmagazin in Frankreich, nach Ende des Krieges eine Reihe von erfolgreichen Werken, die stark philosophisch geprägt waren. Ähnlich wie Sartre begrenzte er sein Schaffen aber nicht nur auf reines literarisches Schreiben, sondern versuchte durch journalistische Tätigkeiten aktiv dem politischen Neuaufbau stützend zur Seite zu stehen. So setzte sich einer der größten Widerstandskämpfer des Zweiten Weltkriegs äußerst produktiv für die Wiederherstellung der deutsch-französischen Beziehungen ein. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in schwerer Krankheit und war deshalb sehr eingeschränkt, was das Schreiben angeht. Trotzdem erhielt Camus für sein politisches Engagement und die Fähigkeit Gewissenszwänge literarisch zu verarbeiten 1957 den Literaturnobelpreis. Nur drei Jahre später, am 4. Januar 1960, starb er als Beifahrer bei einem Autounfall in der Nähe von La Chapelle Champigny.


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