2005: Sir Harold Pinter (1930 – 2008)
Der Brite Sir Harold Pinter war nicht nur ein großartiger Theaterautor, der mit seiner einzigartigen Absurdität den Zuschauer in scheinbar unergründbare Existenzbestandteile zu integrieren wusste, sondern auch erfolgreicher Regisseur, Schauspieler und Literaturnobelpreisträger.
Im proletarisch geprägten Londoner Stadtteil Eastend wurde Pinter am 10.Oktober 1930 als Sohn eines Schneiders geboren. Der von portugiesischen Vorfahren abstammende spätere Erfolgsautor erlebte eine relativ ungewöhnliche Kindheit. 1948 entzog er sich der Einberufung ins Militär und wurde in der Folge für seine Verweigerung inhaftiert. Wieder in Freiheit bekam er ein finanziertes Stipendium für das Studium an der Royal University of Dramatic Art, was er jedoch nach kurzer Zeit wieder abbrach. Stattdessen zog er mit einer Wandergruppe, die innerhalb Irlands Stücke von Shakespeare auf die Bühne brachte umher. Neben der Tätigkeit als Schauspieler in Theaterstücken verfasste er bereits einige kleinere Werke. Nach zwei kleineren Stücken, die erfolglos blieben, gelang Harold Pinter mit „Der Hausmeister“ der wirkliche Durchbruch. 1960 uraufgeführt, sollte dies die Grundlage für die über 30 Jahre anhaltende Erfolgsgeschichte bilden. Pinter stieg zu einem der international begehrtesten Dramaturgen auf und konnte in der Folge eine Vielzahl an erfolgreichen Stücken auf die Theaterbühnen Europas bringen. Doch nicht nur seine Theaterstücke wurden in den 70ern, 80ern und 90ern gespielt, auch als Drehbuchautor für Regisseure wie Kazan und Altman machte sich Harold Pinter einen großen Namen.
Neben den Drehbüchern für zahlreiche Filme wie „Die Geliebte des französischen Leutnants“ 1981 wurden im Laufe der Jahre auch einige vorher als Theaterstücke veröffentlichten Werke verfilmt. So fanden 1968 „The Birthday Party“ und fünf Jahre später „The Homecoming“ den Weg auf die Kinorollen. Gelegentlich wirkte Pinter in den Werken auch selbst als Schauspieler mit. Neben den künstlerischen Erfolgen sorgte Pinter vor allem durch einzelne politische Statements sowie seiner in den Werken der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Frauengeschichten für Aufsehen. Nach über zwanzig Jahren Ehe verließ er seine Frau und die Mehrheit schien innerhalb des Werkes „Betrug“ eine Dokumentation darüber zu finden, wobei dieses auf eine bereits früher gemachte Affäre Bezug nimmt. Politisch verteidigte er den serbischen Diktator Milosevic und bekam dafür große Kritik. Aufgrund von gesundheitlichen Problemen konnte er bei der Nobelpreisvergabe 2005 nur per Videobotschaft zu den Gästen sprechen und prangerte in dieser die Politik von Bush und Blair in Bezug auf den Irakkrieg an. Seine letzte Vorstellung als Schauspieler, welche sofort ausverkauft war, gab er 2006. Am Heiligabend des vergangenen Jahres erlag Harold Pinter den Folgen von Kehlkopfkrebs.
2004: Elfriede Jelinek (1946 – )
Die Österreicherin Elfriede Jelinek schafft es aufgrund ihres künstlerischen Schaffens, welches von Dramen und Romanen, bis hin zu Theaterstücken und Hörspielen reicht, dass ein großes Publikum ihrer besonderen Sicht der sozialen Missstände Begeisterung schenkt.
Als Tochter eines jüdischen Chemikers, der nur aufgrund seiner Wichtigkeit dem Konzentrationslager entging und einer Mutter, die großbürgerlichen Wurzeln entsprang, wurde Jelinek am 20. Oktober 1946 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. In ihrer Kindheit genoss sie hauptsächlich den Kontakt zur Mutter, da der Vater zunehmend in psychische Probleme verfiel. Nach einem katholischen Kindergarten besuchte sie eine Klosterschule, deren Besuch ihr aber von den Nonnen selbst als hinderlich bestätigt wurde. Jelineks Mutter plante von Beginn an eine äußerst musikalisch geprägte Zukunft ihrer Tochter. So besuchte sie bereits ab dem 14.Lebensjahr das Wiener Konservatorium, wo sie zunächst Klavier, Blockflöte und Orgel, später sogar noch Komposition studierte. Nebenbei kam sie einer gewöhnlichen Schulausbildung nach und besuchte ein Realgymnasium der Stadt. Ab 1964 studierte sie dann Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte, was sie jedoch nach kurzer Zeit aufgrund von Depressionen wieder abbrach. Isoliert von der Außenwelt lebte sie im folgenden Jahr fast ausschließlich zu Hause und widmete sich mehr und mehr der Schriftstellerei. Aus dieser Zeit stammt mit dem Gedichtband „Lisas Schatten“ auch die erste große Veröffentlichung. Nach dem Tod ihres Vaters 1969 kam es zu einer Wendung in Jelineks Leben.
Sie erholte sich zunehmend und wurde zudem auch politisch aktiv. Ihr Beitritt zur Studentenbewegung sollte erst der Anfang sein. Drei Jahre nach dem Abschluss des Orgelstudiums aus dem Jahr 1971, trat Jelinek in die kommunistische Partei Österreichs ein, aus der sie Anfang der 90er wieder austrat. Noch im gleichen Jahr veröffentlichte sie ihr erstes großes Hörspiel „Wenn die Sonne sinkt, ist für manche schon Büroschluss“, was innerhalb der Heimat als Hörspiel des Jahres ausgezeichnet wurde. Ein Jahr später ging der Erfolg weiter und so gilt der Roman „Die Liebhaberin“ als der endgültige Durchbruch. Es folgten weitere vielumjubelte Werke, ob als Hörspiel oder Roman. Neben positiver Rezension erntete Jelinek aber auch reichlich Kritik, vor allem für das „Burgtheater“ 1985. Auch durch ihr wohl größtes Werk „Lust“, welches 1989 herausgebracht wurde, sorgte Elfriede Jelinek für großes Aufsehen. Nachdem ein weiteres Theaterstück Mitte der 90er erneut eine scharfe Kritik zur Folge hatte und Angriffe auf ihre Person Überhand nahmen, zog sich die Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2004 aus der Öffentlichkeit zurück, wagte aber in den vergangenen Jahren mehrmals das Comeback.
1997: Dario Fo (1926 – )
Dario Fo ist ein italienischer Erfolgsautor, der sich vor allem im Bereich des satirischen Theaters als Schauspieler, Regisseur und Erzähler einen Namen machte, wenngleich viele seiner Worte eine Provokation für Bestehendes darstellen.
In einem kleinen Dorf namens Sangiano am großen Lago Maggiore in Italien wurde Fo am 24.März 1926 geboren. Als Sohn einer Bäuerin und eines Eisenbahnangestellten, der sich ebenfalls einen Namen durch die Schauspielerei machte, kam er schon in jungen Jahren in Kontakt mit dem Theater. Nebenbei entwickelte er dank seines Großvaters, der ihm viel vorlas auch eine Verbindung zum Geschichtenerzählen. Nach Beendigung der Schullaufbahn zog Fo nach Mailand, wo er sich an der Kunsthochschule Brera für Kunst und Architektur einschrieb.
Während des Zweiten Weltkriegs bekämpfte Fo zusammen mit seiner Familie aktiv die faschistischen Handlungen der Regierung. So schmuggelte er mit seinem Vater mehrfach heimlich Flüchtlinge und Desserteure der Alliierten über die Grenze in die Schweiz. Selbst entzog er sich geschickt der Einberufung durch die Truppen des Diktators Salo. Nach Kriegsende nahm Dario Fo sein Studium wieder auf und entwickelte zunehmend noch größeres Interesse für das Theater. 1952 gab er im Teatro Odeon sein Schauspieldebüt. Zwei Jahre später lernte er seine spätere Ehefrau Franca Rame kennen, mit der er die Theatergruppe „Compagnia Fo-Rame“ gründete und mit der er noch heute zusammenlebt. Mit ihr an der Seite zog Fo für mehrere große Touren durch Italien und erfreute sich mit seinen Werken im Laufe der Jahre immer größerem Interesse des internationalen Publikums. Der wirkliche Durchbruch auf internationaler Bühne gelang Fo mit „Die Erzengel spielen nicht Flipper“, welches 1960 uraufgeführt wurde. Kurze Zeit später übernahm er die Moderation der Sendung „Canzonissima“, die aber aufgrund des skandalösen Programmes später wieder eingestellt wurde. Fo stellte zumeist das Leben einfacher Leute dar und bekam großen Zuspruch. Insbesondere die Darstellung eines von der Mafia getöteten Journalisten traf aber auf große Kritik aus Politikerkreisen. Fo erhielt darauf ein Auftrittsverbot innerhalb des Fernsehens.
Seiner Gesinnung sollte das aber keinen Bruch tun, so legte sich Fo in folgenden Theaterstücken weiter mit gestandenen Institutionen der Regierung und sogar mit dem Vatikan an. So kritisierte der Glaubensstaat unter anderem die Auszeichnung Fos mit dem Literaturnobelpreis 1997 als nicht zu vertretbare Entscheidung. Neben dieser Auszeichnung erhielt Dario Fo weitere wie den Sonning-Preis der Universität Kopenhagen. Mittlerweile ist Fo selbst politisch aktiv, verlor aber die letzte Wahl für das Bürgermeisteramt in Mailand, trotz über 23 Prozent Wahlanteilen.
1991: Nadine Gordimer (1923 – )
Nadine Gordimer, die noch heute in Südafrika lebt, ist eine der politisch aktivsten Schriftstellerinnen aller Zeiten, da sie nach wie vor die durch die Apartheid entstandene Ungerechtigkeit für die Menschheit in brillanter, zumeist ironischer Art und Weise aufzudecken versucht.
Als Tochter eines litauischen Juden und einer Engländerin wurde Gordimer am 20.November 1923 in Springs innerhalb der südafrikanischen Provinz Gauteng geboren. Da der Vater als Juwelier tätig war, wuchs sie in relativ vermögenden Verhältnissen auf und wurde zunächst aufgrund einer Herzschwäche von der Mutter zu Hause unterrichtet, was ihr viel Zeitraum für das Lesen literarischer Werke ermöglichte. Trotz der jüdischen Wurzeln schickten die Eltern Nadine Gordimer später auf eine Konventschule. Von dem frühen und umschweifenden Kontakt mit Literatur geprägt, begann sie bereits im Alter von 9 mit dem Schreiben und konnte mit 14 Jahren die erste Kurzgeschichte veröffentlichen. Nach einem zwischenzeitlichen Studium, welches Gordimer nach nur einem Jahr wieder abbrach, zog es sie nach Johannesburg, wo sie 1949 ihre erste Kurzgeschichtensammlung unter dem Namen „Face to Face“ herausbrachte. Nur vier Jahre später folgte mit „The Lying Days“ der erste Roman. Schon ihre ersten großen Werke beschäftigten sich mit der Problematik der Apartheid, deren Folgen und Auswirkungen Gordimer in allen Werken, die sie bisher verfasste, thematisiert. Doch anders als andere Autoren beschränkte sie ihren Widerstand nicht auf das bloße Schreiben, wenngleich diese besondere Fähigkeit ihr aussagekräftigstes und zugleich erfolgreichstes Mittel war. Mitte der 50er zählte sie zu einer Gruppe, die sich in der Hoffnung das System zu untergraben vehement gegen die Gesetze der Apartheid stellte. Was folgte, waren die Verhaftung von zahlreichen Widerständler und einem 1960 festgelegten Verbot für derartige Positionierung. Gordimer selbst wurde mit einigen Publikationsverboten versehen. Wesentlichen Einfluss auf ihren Erfolg hatten diese aber nicht, da Gordimer sich auf zahlreiche Auslandsreisen quer durch die Welt begab, als Gastdozentin an verschiedenen Universitäten lehrte und so ihre Werke und ihr Gedankengut weiter verbreiten konnte.
Innerhalb der 60er-Jahre wurde auch die schwarze Widerstandsbewegung immer radikaler, worauf hin sich Gordimer wegen ihrer Abneigung gegenüber der Apartheid und ihrer Hautfarbe gegenüber den Schwarzen in einer isolierten Position befand. Ende der 80er-Jahre relativierte sich die Position, da nun Schwarze neben Weißen rebellierten. Gordimer konnte wieder aktiver gegen die Apartheid sprechen. Hierbei stellte sie aber stets klar, dass es ihr weniger darum gehe, irgendwem politische Ideale aufzuzwingen, als vielmehr die wirklichen Verhältnisse und deren Auswirkungen aufzuzeigen. Für ihre Essays, Romane und Erzählungen, welche allesamt die Apartheid in einem ständigen Weiterentwicklungsvorgang darstellen und die Geschehnisse daher nicht in schwarz-weißem, sondern eher einem grauen Bild aufzeigen, wird Natalie Gordimer nach wie vor international bewundert und mit Ehrungen wie dem Literaturnobelpreis, den sie 1991 erhielt, ausgezeichnet.
1972: Heinrich Böll (1917 – 1985)
Als Schriftsteller mit Blick für das zeitliche Weltgeschehen und einer gewissen schöpferischen Einzigartigkeit schaffte es Heinrich Böll zum prägendsten deutschen, wenn nicht sogar europäischen Autor der Nachkriegsgeschichte.
Im Hause des Schreiners Viktor Böll und dessen Ehefrau wird Böll am 21.Dezember des Jahres 1917 als achtes Kind der beiden in Köln geboren. Dort besuchte er ab dem Alter von 6 Jahren die katholische Volksschule, bevor er schließlich auf das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium wechselte. Nach dem Erhalt des Abiturs 1937 und einer anfänglich geplanten Ausbildung zum Buchhändler, schrieb sich Böll an der Kölner Universität für Germanistik und Klassische Literatur ein. Bis zum Einzug in die deutsche Armee veröffentlichte er bereits kleinere Romane und mehrere Gedichte. Hier lernte er auch während eines Fronturlaubs seine einzige Ehefrau kennen, mit der Böll vier Söhne hatte, einer starb jedoch noch im Geburtsjahr. Nach der Kriegsgefangenschaft, in die Heinrich Böll 1945 geriet, begannen seine wirklich ernsthaft gestalteten Werke. Das Studium für Germanistik nahm er wieder auf und veröffentlichte einige Werke, die sich vorrangig mit der Nachkriegsgeschichte beschäftigten. Trotz hohem Fleiß reichten die Einkünfte nicht zum Leben und so lag es vor allem an der Lehreranstellung seiner Frau, dass die Familie gerade so über die Runden kam. Erst mit Beginn der 50er-jahre wandte sich der bis dahin als Kurzgeschichtenautor bekannte Schriftsteller von diesen ab und widmete mehr Zeit dem Schreiben von längerer Belletristik. Was folgte, waren 20 Jahre schöpferische Erfolgsgeschichte. Böll verfasste eine Vielzahl an häufig gelesenen Werken, die zunehmend in der Bevölkerung zur Pflichtlektüre wurden.
Auch das öffentliche Interesse an seiner Person wuchs und auch wenn aus dieser Zeit manch Auftritt, in dem er frühere Erfolgsautoren angriff und einige von seinen Worten später nach eigenen Angaben bereute, konnte sich Böll über zunehmendes Ansehen erfreuen. Eine Stellung, die wegen einem Essay zum Thema Umgang mit den RAF-Terroristen ein Jahr nach dem Erhalt des Literaturnobelpreises 1972 arg ins Wanken geriet. Böll beschäftigte sich intensiv mit den Schicksalen, vor allem dem von Ulrike Meinhof und galt innerpolitisch als Sympathisant des Terrors. Er ließ kein gutes Wort an dem Umgang mit der Gruppierung und ging fortan auch scharf mit der Springer-Presse ins Gericht. Sein wohl bekanntestes Werk, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ dokumentiert diese Verachtung in ausführlicher Weise. Böll setzte sich in den letzten zehn Jahren noch weiter mit politischem Geschehen in der ganzen Welt auseinander und galt bis zum Tod am 16.Juli 1985 als Kämpfer für einen globalen Frieden.
1965: Michail Alexandrowitsch Scholochow (1905 – 1984)
Michail Scholochow war ein sowjetischer Literat, der sich dank eines einzigen, aber durchaus prägendem Werk mit dem Erhalt des Literaturnobelpreises in die große Riege sowjetischer Schriftsteller einreihen konnte.
In Krushilin bei Staniza Wjoschenskaja, dem heutigen Oblast Rostow kam Scholochow am 24.Mai 1905 als Sohn von sich in der unteren Mittelklasse befindenden Eltern zur Welt. Seine Kindheit war geprägt von vielen Umzügen und Schulwechseln. So besuchte Scholochow auch aufgrund der verschiedenen Anstellungen seiner Eltern, die als Bauern, Müller und Viehhändler den Lebensunterhalt verdienten, Schulen in seinem Heimatdorf, Moskau und Bogutschar. Im Alter von 13 Jahren verließ der spätere Erfolgsautor die Schule und schloss sich den Revolutionären des in Russland aufkommenden Bürgerkriegs an. Die folgenden Jahre waren geprägt von der Suche nach Verbrechern und Verrätern. 1922 zog es ihn in die russische Hauptstadt, in der er neben dem Besuch der örtlichen Gymnasien auch erste journalistische und schriftstellerische Versuche unternahm. Ab seinem 19.Lebensjahr widmete sich Scholochow dann voller Hingabe seiner bedeutendsten Arbeit. Zwar hatte er bereits eine Kurzgeschichte und einzelne satirische Texte veröffentlicht, doch so ganz sollte ihm der Sprung in die Welt des Verfassens nicht gelingen. „Der stille Don“ sollte das ändern. Bereits 1926 erschien das erste Exemplar, es sollten jedoch ganze 14 Jahre vergehen, bis sein Werk in der kompletten Fassung in die Hände der Öffentlichkeit gelangte.
Auch politisch fungierte Scholochow zunehmend auf höherer Ebene. Der kleine Junge von einst, der sich den Revolutionären anschloss, stieg 1932 bei der KPdSU ein und sollte bereits vier Jahre später im Obersten Sowjet sitzen. Nur ein Jahr später wurde er schließlich zum Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. Trotz der hohen Kritik am Wahrheitsgehalt seines Lebenswerkes, die ihn oftmals des Plagiarismus bezichtigt, folgten Jahre des Erfolgs und der hohen Auszeichnungen. Unter anderem erhielt Scholochow für sein Meisterwerk den Stalin- und Leninpreis, die Ehrendoktorwürde für Philologie der Universität zu Leipzig und 1965 den Nobelpreis für Literatur. Im Alter von 78 Jahren verstarb Michail Alexandrowitsch Scholochow am 21.Februar des Jahres 1984 in Wjoschenskaja.
1957: Albert Camus (1913 – 1960)

Albert Camus hat es in seinen 46 Jahren Lebenszeit geschafft aufgrund seines scharfen Blicks für Gewissensprobleme jeder Art zu einem der größten Autoren des 20.Jahrhunderts zu werden.
Als Sohn sehr ungebildeter Eltern wurde Albert am 7.November 1913 in einem Weinanbaugebiet in Mondovi/Algerien geboren und muss durch den Ersten Weltkrieg ab dem Alter von einem Jahr ohne seinen Vater weiterleben. So zog er mit der Mutter zur strengen Großmutter an den Rand der heutigen Landeshauptstadt Algier. Nach äußerst gutverlaufener Grundschullaufbahn empfahl ihn sein dortiger Lehrer für ein Gymnasium, was die Mutter, auch aufgrund ihres eigenen niedrigen Bildungsniveaus als Analphabetin, anfänglich zu verhindern versuchte. Dennoch gelang es Camus diesen Weg einzuschlagen und er sah sich nun dem Wechsel zwischen ärmlichen Familienverhältnissen und bürgerlichem Schulleben ausgesetzt. Als Reaktion darauf löste er sich zunehmend von seiner Mutter und versuchte den Stand im sozialen Gefüge durch sportliche Aktivitäten zu verbessern. Kurz vor Ende seiner Schulzeit erkrankte Albert Camus an Lungentuberkulose, eine Krankheit, deren Behandlung fortan sein Leben einschränken sollte. So musste er 1936 trotz hervorragenden Leistungen sein Studium für Philosophie aufgrund dieser Erkrankung vorzeitig abbrechen. Herbe Enttäuschungen prägten die folgenden Jahre und Camus versuchte mithilfe des Schreibens seinen Kummer zu verarbeiten. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs begann Camus, der sich nun wohnansässig in Frankreich befand, dann noch aktiver zu verfassen, was nicht zuletzt mit einem engagierten politischen Auftreten verbunden war.
Camus empfahl sich als klarer Gegner der nationalsozialistischen Handlungen und brachte dies in seinen Publikationen zum Ausdruck. Zwar schrieb er schon vorher einzelne Werke, doch kam es aufgrund eigener Bedenken kaum zu Veröffentlichungen. Das sollte sich nun ändern, so folgte nach den Publikationen in Zeitungen, wie dem „Combat“, einem Untergrundmagazin in Frankreich, nach Ende des Krieges eine Reihe von erfolgreichen Werken, die stark philosophisch geprägt waren. Ähnlich wie Sartre begrenzte er sein Schaffen aber nicht nur auf reines literarisches Schreiben, sondern versuchte durch journalistische Tätigkeiten aktiv dem politischen Neuaufbau stützend zur Seite zu stehen. So setzte sich einer der größten Widerstandskämpfer des Zweiten Weltkriegs äußerst produktiv für die Wiederherstellung der deutsch-französischen Beziehungen ein. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in schwerer Krankheit und war deshalb sehr eingeschränkt, was das Schreiben angeht. Trotzdem erhielt Camus für sein politisches Engagement und die Fähigkeit Gewissenszwänge literarisch zu verarbeiten 1957 den Literaturnobelpreis. Nur drei Jahre später, am 4. Januar 1960, starb er als Beifahrer bei einem Autounfall in der Nähe von La Chapelle Champigny.
1912: Gerhart Hauptmann (1862-1946)
Der deutsche Dichter Gerhart Johann Robert Hauptmann ist am 15. November 1862 Obersalzbrunn in Schlesien geboren. Er gehört zu einem der bedeutendsten deutschen Vertreter des Naturalismus. Er lebte ab 1901 mit Margarete Marschalk, seiner ersten Frau, im Haus Wiesenstein in in Agnetendorf, seine von ihm selbst ernannte: „die mystische Schutzhülle meiner Seele“. Gemeinsam brachten sie einen Sohn zur Welt. Diese Ehe hielt jedoch nicht lange und bald daruf heiratete der seine zweite Frau. Diese Ehe hielt jedoch bis zu seinem Lebensende. Von seinem Leben inspiriert, erschien 1910 Hauptmanns erster Roman „Der Narr in Christo Emanuel Quint“ und später dann „Atlantis“. So euphorisch von der Idee, den zweiten Roman zu verfilmen, was 1913 auch geschah, schrieb er selbst einige Filmszenarien.

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Hochgradige Anerkennung bekam der Dichter Hauptmann, erhielt zum Beispiel 1912 den Grillparzer- Preis, die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig und des Worcester College der University of Oxford, im selben Jahr erhielt er sogar Anerkennung für sein horrendes und vielseitiges Wirken im Bereich der dramatischen Dichtung. Auch Gegner hatte zur Genüge, so wie Kaiser Wilhelm II, dieser achtete den sozialdemokratischen Gerhart Hauptmann nicht. Er legte sogar sein Veto für ihn ein, damit Hauptmann nicht den Schillerpreis erhält. Gerhart Hauptmann, der im Festspiel den Popanz des Militarismus beerdigt hatte, „ buchstäblich“, gehörte ein Jahr später zu den Bejahenden des ersten Weltkrieges. Hauptmann unterzeichnete das Manifest 93 und veröffentlichte parallele Gelegenheitsverse, sie lesen sich wie widerwillige Satire, die er jedoch später selbst wieder öffentlich wiederief und in seinem original Dokument durchstrich.
Trotz vielen Turbolenzen erhielt Hauptmann 1912 den Nobelpreis für Literatur und starb am 06. Juni 1946 in seinem Heimatort Agnetendorf.
